Sonntag, 7. September 2008

Kasten

Kastenfarben

~-~ HOHE KASTEN ~-~

Administratoren - braune Umhänge
Kaste der Wissenden - Weisse Roben
Kaste der Schriftgelehrten - Blaue Roben
Kaste der Wissenschaftler & Hausbauer - Gelbe Schürzen (oder auch gelbe Roben)
Kaste der Heiler/Ärzte - Grüne Roben
Kaste der Krieger - Scharlachrote Tuniken oder auch Uniformen einer Stadt

~-~ NIEDERE KASTEN ~-~

Kaste der Atentäter - Schwarze Kleidung, wenn sie aktiv sind tragen sie einen schwarzer Dolch auf der Stirn
Kaste der Händler - Weiss/goldene Roben
Kaste der Sklavenhändler - Blaue und gelb/goldene Roben
Kaste der Metallarbeiter - Graue Schürzen
Kaste der Bauern - Braune Kleidung
Kaste der Spieler - Gelb und rot karierte Kleidung
Kaste der Dichter - Aquamarin/rote Kleidung
Kaste der Töpfer - Braun/grüne Schürzen
Kaste der Bäcker - Gelb/braune Schürzen
Kaste der Sattelmacher - Beige Schürzen
Kaste der Sänger - Aquamarin/rote Kleidung
Kaste der Tarnreiter- Grau/grüne Kleidung
Kaste der Sleen Trainer- Braun-schwarze Kleidung
Kaste der Diebe - Keine spezielle Farbe, aber ein Dreizack-Tattoo auf der Wange
Kaste der Kellermeister/Kelterer- Weiss-grüne Tuniken
Kaste der Holzmänner- Braun-schwarze Kleidung
Kaste der (Stadt-)Wächter- Keine spezielle Farbe, sie tragen die Uniformen der Stadt oder Region

Schriftgelehrte – Kurzversion

Die Kaste der Schriftgelehrten ist eine der hohen Kasten von Gor, ihre Kastenfarbe ist blau und sie sind die zweitwichtigste Kaste.

Es gibt zahlreiche Abteilungen und Ränge, von einfachen Abschreibern bis hin zu Gelehrten. Es gibt eine Reihe von Unterkasten, wie Rechtsanwälte, Studenten, Buchhalter, Lehrer, Sekretäre, Historiker, Rechnungsführer, Geographen und Kartographen. Ein Großteil der Kopierarbeit, untergeordnete Sekretärsarbeit, triviale Buchführung wird von Sklavinnen erledigt.

Die Schriftgelehrten helfen dabei, die goreanische Sprache einheitlich zu belassen. Sie sind die Schiedsmänner in solchen Fragen und legen fest, dass bestimmte Ausspracheformen und grammatikalische Konstrukte anderen vorgezogen werden. Dies geschieht üblicherweise auf den Sardar-Messen, wenn die Kasten in großer Zahl zusammentreffen.

Freitag, 5. September 2008

1x1 des Gor-Rollenspiels

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Keira Wilder genutzt und veröffentlicht.

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Da aber momentan wieder sehr viele Leute ganz "frisch" ins Roleplay eintauchen, möchte ich hier einmal ein paar Tipps geben, wie es "gemeinsam" einfacher wird.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit... ich bin für jede Ergänzung dankbar.


SIM Regeln
Das wichtigste zuerst. Bevor ihr irgendwo auf einer SIM am Rollenspiel teilnehmt, lest Euch die SIM Regeln durch. Sie unterscheiden sich zum Teil sehr voneinander. Damit meine ich nicht nur die Gor SIMs, sondern alle anderen SIMs auf denen man beim Landepunkt eine Notecard mit Regeln erhält. Diese Notecard ist nicht dafür da um die Leute zu nerven. Nein. Sondern dafür um eine gemeinsame Basis zu schaffen.
Tut euch und euren Mitspielern den Gefallen und lest die Regeln. Es wird eine Menge Ärger und heißes Blut ersparen.

Geschichte
Wenn ihr wisst in welchem Roleplaying Game (RPG) ihr spielen wollte… Gor, Vampire, Western, Elfen, Amazonien… dann solltet Ihr schon ein wenig über die dortigen Gepflogenheiten wissen. Das erleichtert es Euch, Eure eigene Geschichte zu definieren.
Kein Character fällt aus den Wolken und ist plötzlich da (ok, soll vorkommen *g* ist aber doch eher selten).

Ihr müsst die Geschichte nicht ausschreiben/aufschreiben… aber wenigstens in Gedanken solltet ihr skizziert haben wer oder was ihr seid und warum ihr dort „startet“ wo ihr starten wollt. Die Geschichte des armen Weisenkindes, dessen Eltern bei einem Überfall getötet wurden und das seither durch die Welt irrt, ist wohl die überstrapazierteste Geschichte in der Welt des Roleplaying *g* ABER es ist immerhin eine Geschichte.

Falls ihr partout nicht wisst wie und wo ihr eure Geschichte anfangen sollt, fragt einen erfahreneren Spieler. Der/die wird euch sicherlich gerne helfen.

Akzeptiere deine Rolle
Habe ich mir eine Rolle ausgesucht, dann sollte ich diese Rolle auch akzeptieren.
Bin ich eine „Büroangestellte“ dann ist es einfach unglaublich schwer zu vermitteln, warum ich mit Pistolen, Gewehren, Messern und Schwertern unschlagbar bin. Macht Eure Rolle schlüssig und spielt sie schlüssig.
Frauen sind schwächer als Männer, Nackte sind Anfälliger gegen Schaden als jemand in Rüstung (und hübscher anzusehen), Assassinen sind besser im Kampf trainiert als Waschweiber.
Sitze ich den ganzen Tag in der Taverne und fresse und saufe nur, dann wirkt sich das auch auf meine körperliche Fitness aus. Lebe ich asketisch und trainiere Tag und Nacht… nun ich denke ihr versteht worauf ich hinaus will.

Woher kennst du meinen Namen Fremder?
Ja, in SL und in den meisten anderen Online Games sieht man den Namen des Gegenübers irgendwo über seinem Kopf schweben.
Treffe ich eine Person im Roleplay allerdings zum ersten mal, dann weiss ich deren Namen einfach nicht. Also erfragt diesen Namen oder sprecht denjenigen anders an (Sir, Lady… irgendwas… nur nicht den Namen).

Versuchen… nicht „machen“
Im normalen RP wie auch im Kampf RP (Link) gilt die Devise „Versuche etwas zu tun, mache es nicht“. Also zu Deutsch: Wirkt sich meine Aktion irgendwie auf meinen Gegenüber aus, dann beschreibe ich meine Aktion, das „Ergebnis“ der Aktion überlasse ich aber meinem Gegenüber. Hierbei sind die Grenzen aber „lockerer“ zu sehen als im Kampf RP.
Schlage ich eine Kajira auf die Backe, die vor mir kniet… nun da kann ich schon erwarten, dass der Schlag trifft.
Werfe ich zum Beispiel eine Tasse nach ihr, weil sie frech war, dann beschreibe ich den Wurf… den Aufprall der Tasse… wo auch immer… überlasse ich dem „Opfer“.

Force RP
Damit kommen wir auch direkt zu einem artverwandten Punkt, dem „Force Roleplay“.
Einen anderen Character (Avatar) zu einer Handlung nötigen ist in etwa das schlimmste was man machen kann. Alles was einen anderen Character nachträglich beeinflusst sollte vorher per IM abgeklärt werden (zB töten oder verstümmeln). Wenn ich hier zB im Forum lese, dass eine Panther einem gefangenen Krieger die Männlichkeit abgeschnitten hat… sorry, so etwas ist in einem RP einfach nicht OK. Ein RP spielt man miteinander, nicht gegeneinander. Sonst ist man nämlich ganz plötzlich alleine. Zwingt also niemanden zu etwas, sondern lasst die Entscheidung dem Opfer. Jedes „vernünftige Opfer“ wird eine Verletzung akzeptieren… weil sie nach einer Weile zu heilen ist. Eine Verstümmelung aber, die das gesamte zukünftige RP beeinflusst muss wohl überlegt sein. Ich frage mich wie sich die Panther aufführen würde, wenn ihr der nächste der sie gefangen nimmt die Füße abschneidet.

God Mode
Heute schon einen Gott gefrühstückt? *g*
Spielt man in einem RP einen Character, dann hat der ganz sicher seine Stärken, ja. Aber noch viel sicherer (so sollte es zumindest sein) hat er seine Schwächen. Dies können körperliche, wie auch charakterliche oder psychische Schwächen sein. Ein paar einfache Beispiele (Blindheit, Teilblindheit, Verteidigungsschwäche auf einer bestimmten Körperseite, eine Schwäche für Alkohol… mit den damit verbundenen Folgen, eine Schwäche für dunkelhäutige Kajirae :redface:, leicht Reizbar zu sein, usw. usw.)

Aber auch der Einsatz von „elektronischen Hilfsmitteln“ ist „God Mode“.
Radars, Minimap und Kamerazoom sind die wohl am häufigsten ge- und missbrauchten Mittel. Wenn ich eine Stadt durchsuche, dann sollte ich sie auch durchsuchen… und nicht auf der Minimap schauen wo wohl mein Opfer ist. Erst der totale Verzicht auf diese illegalen Hilfsmittel bringt wirklich Nervenkitzel und Spannung… und vor allem mehr Spaß ins RP.

Emotes
Der Einsatz von Emotes macht das RP „erlebbar“.
Eine Welt wie SL verleitet durch ihre „Dreidimensionalität“ einfach dazu alles nur noch über Animationen und „vorprogrammierte“ Befehle zu machen. Ich ertappe mich selbst oft genug dabei.
Peitsche ich jemanden aus, dann kann ich das mit einer gescripteten Peitsche tun. Ja.
Aber ich könnte es auch zusätzlich „emoten“.

Zitat:
/me holt mit der Peitsche aus und lässt sie Nadja auf den nackten Rücken klatschen. (gefolgt von der animierten Handlung in SL)

Das macht ein RP erst richtig plastisch.

Man kann zum Beispiel auch seine „Bewegungen“ auf diese Weise ausschmücken und interessant machen.

Zitat:
Keira Wilder balanciert die Tasse auf dem Tablett und geht langsam und vorsichtig zurück ins Wohnzimmer. Tollpatschig wie sie ist sieht sie den Schuh nicht, der vor ihr liegt und schlägt der Länge nach hin.


Wichtig zu beachten bei Emotes - benutzt die 3. Person wenn ihr emotet.

Das „/me“ wird immer durch euren Namen ersetzt, deshalb ist es konsistent, wenn ihr dann in der dritten Person weiter schreibt.

Zitat:
Keira Wilder holt mit der Peitsche aus und…


Es gibt nichts schrecklicheres als wenn der Gegenüber plötzlich in die erste Person (Ich-Form) verfällt.

Zitat:
Keira Wilder ich schlage dich mit der Peitsche.


Auch sollte man sein Gegenüber mit Namen oder einer eindeutigen Beschreibung identifizieren.

Zitat:
Keira Wilder steht auf und gibt dir einen feuchten Kuss auf den Mund.


Soetwas ist ganz besonders lustig in einem Raum mit 20 anderen Personen.

Zitat:
Keira Wilder steht auf und gibt Nadja einen Klaps auf den Po.


So kommt es zu keinen Verwechslungen. Das R in RP hat nichts mit Ratespiel zu tun.

Auch bei Emotes ist unbedingt darauf zu achten NICHT für einen anderen zu emoten.

Zitat:
Keira Wilder gibt Nadja einen Kuss und spürt wie sie sich vor Erregung und Lust kaum noch halten kann, weil Nadja ihre Herrin über alles liebt und verehrt und für sie in den Tod gehen würde.


*lacht* Bitte, bitte nicht. Überlasst die Reaktion eurem Spielpartner. Der weis selbst am besten wie er sich fühlt.

Denken
Denken ist gut… aber bedenkt, dass Euer Gegenüber keine Gedanken lesen kann.
Zitat:
Keira Wilder denkt sich dass sie XY am liebsten auf die Backe hauen würde.


Ja, kann man schreiben… aber besser wäre

Zitat:
Keira Wilder presst die Lippen aufeinander, läuft knallrot an und schaut böse zu XY. Ihre Hand ballt sich immer wieder zu einer Faust.


Auf den Gedanken kann der Mitspieler nicht reagieren (wird er aber leider all zu oft)… auf die „Grimasse“ kann er allerdings ganz ausgezeichnet eingehen.

Ihr sprecht im RL Eure Gedanken auch nicht aus, aber in Euren Gesichtern lassen sich ganze Geschichten lesen.


Perfekt ist langweilig
Baut Fehler in Euer RP ein. Niemand geht durchs Leben und meistert es ohne Pannen und Fehler. Lasst das Schwert fallen, zerbrecht Porzellan, stolpert, stoßt Euch das Knie… es sind die „Kleinigkeiten“ die den Mitspieler zum schmunzeln bringen.

Rock-Regel
Wenn ihr schreibt, denkt an die Rock-Regel.
Lang genug um das wichtigste abzudecken, aber kurz genug um noch interessant zu sein.

Erschlagt Eure Mitspieler nicht mit Romanen von epischen Ausmaßen, aber gebt ihnen bitte ein paar Details.

Antworten lassen
Roleplay ist kein Schnellschreibwettbewerb und kein Wettrennen.
Versucht aufeinander zu warten und gemeinsam ins Ziel zu kommen.

OOC
Versucht möglichst auf OOC (Out Of Character) Gespräche zu verzichten.
Sind sie dennoch nötig und für alle Leute relevant, dann schreibt OOC Text besonders gekennzeichnet, zB in Doppelklammern ((Blah blah blah)).
Ist es nicht für alle Mitspieler wichtig, dann benutzt IMs.

***Copyright: Keira Wilder***

1x1 für Besucher

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Keira Wilder genutzt und veröffentlicht.

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Aus gegebenem Anlass mal ein kleiner Leitfaden, wie man Gor als Besucher erkunden kann, ohne negativ aufzufallen.

1. Besucher-Tag/Titler nehmen
Jede SIM die Besucher Erlaubt wird auch ein Besucher-Tag bereitstellen.

2. Regeln lesen
Jede Gor SIM bietet am Eingang eine Regel Notecard an. In den meisten wird sehr weit oben in einem extra Abschnitt erklärt wie sich Besucher zu verhalten haben. Lest das bitte.

3. Open Chat vermeiden
Seid ihr als Besucher auf Gor, dann nehmt ihr NICHT am Role Play im Open Chat teil.
Was auf vielen Gor SIMs geduldet ist (was nicht heisst dass man es gut findet) sind OOC (out of character) Gespräche in doppelten Klammern
((Lalalala))

4. IMs nutzen
Um das Spielgeschehen nicht unnötig zu stören, nutzt IMs um euch zu unterhalten. Es gibt nicht umsonst die Möglichkeit unter "Friends" eine eigene IM Konferenz aufzubauen.

5. Fremdenführer
Fragt einen Anwesenden nach einem Fremdenführer. Oder besser noch haut doch schon mal vorher hier im Forum ein paar der bekannten Gesichter an und fragt ob sie Euch nicht mal Gor zeigen.
Ihr werdet Euch wundern wie gerne viele Leute das machen.

6. Kleidung / Waffen
Gor ist eine vom Stil her mittelalterliche Welt.
Wenn also Besucher in Lack und Leder kommen, Schusswaffen oder sonstigen "ich bin so cool items" tragen, möglichst 20 verschiedene Kleidungsstücke mit "Bling" haben... ja dann stört das.

Kleidet Euch doch bitte moderat und respektiert das RP der anderen Leute.
Auch wenn ihr mit dem Besucher-Tag faktisch als "unsichtbar" geltet... ihr seid es nicht. Ein Rosa Pinguin stört... ob mit Besucher-Tag oder ohne.

7. Avatare
Auf nahezu jeder Gor-SIM sind nur menschliche Avatare erlaubt.
Das schliesst alsop auch Werwölfe, Nekos, Vampire und sonstige Spielarten aus. Wie schon unter Punkt 6... es stört einfach.

8. Respekt
Wenn Euch ein anwesender Goreaner auf einen Fehler aufmerksam macht... akzeptiert das als freundlichen Hinweis. Denjenigen dann noch mit coolen Sprüchen zu veralbern ist ziemlich das Letzte.


Haltet ihr Euch an die oben genannten Punkte und habt ihr evtl einen "Fremdenführer" dabei... dann werden Euch in Gor alle Türen offen stehen und ihr evtl sogar Einblick in "Privathäuser" oder abgeschlossene Camps bekommen.


***Copyright: Keira Wilder***

1x1 der Kajirae/Sklavinnen

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Samantha Vacano genutzt und veröffentlicht.

Aber mehr noch im Gedenken an eine wundervolle Kajira auf Gor und einen liebenswürdigen Menschen.


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Kajira ist ein Wort aus dem goreanischen und bedeutet soviel wie Sklavenmädchen.

Auf Gor gibt es wensendlich mehr Sklavinnen als Sklaven (Kajiri (plural), Kajirus (singular)). Eigentlich ist jede Frau von diesem Schicksal latent bedroht. Dabei gibt es die verschiedensten Formen, in Sklaverei zu kommen. Hier ein paar Beispielsituationen:

Versklavung durch Schulden
Hat eine Freie Frau Schulden die sie nicht begleichen kann, so kann der der Gläuber ihre Versklavung vor dem Praetor fordern. Ist die Schuld geklärt, so wird die Frau zur Sklavin des Gläubigers erklärt. Damit ist die Schuld beglichen. Hat der Gläubiger lieber die blanke Münze, so wird er die jetzige Sklavin verkaufen. Entweder direkt an einen Interessenten oder an einen Sklavenhändler, der sie dann auf den Block stellen wird.
Diese Schuldsitution kann auch auftreten wenn der Vater der Freien Frau in Schuld fällt. Seine Tochter wird dann zur Begleichung der Schuld versklavt.

Versklavung als Barbarin
Die Priesterkönige und ganz besonders die Kurii (die Gegenspieler der Priesterkönige) führen Beschaffungsreisen zur Erde durch, wo besonders schöne Frauen entführt werden. Dabei gilt aber nicht unbedingt das Schönheitsideal der Erde. Eine Naomi Campell könnte wohl ganz ruhig auf der Erde weiterleben, da die Goreaner nicht sehr auf flachbrüstige und spindeldürre Frauen stehen.
Auf Gor gelten alle Barbarinnen als gebohrene Sklaven, weil sie über keinen Heimstein verfügen. Soetwas gibt es ja auf der Erde nicht.
Eine auf Gor neu angekommene Barbarin ist natürlich sehr leicht zu identifizieren, da sie kein goreanisch spricht. Somit kann sie sicher sein, das sie zügig versklavt wird, wenn sie nicht schon nach der Entführung in einem Sklavengehege zu sich kommt.

Versklavung aufgrund der Geburt
Bringt eine Sklavin ein Kind zur Welt, so ist dieses Kind automatisch Sklave. Dabei ist aber zu beachten, das es in verschiedenen Städten dazu verschiedene Gesetze gelten. In einigen Städten definiert sich das Sklaventum durch den Moment der Geburt. Ist die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt Sklavin, so ist auch das Kind Sklave. In anderen Städten gilt der Moment der Empfängnis als entscheidend. Wird die Mutter nach dem Moment der Empfängnis versklavt oder zuvor befreit und danach wieder versklavt, so ist das Kind frei.
Viele mänliche Sklaven sind Sklaven seit der Geburt.

Versklavung durch Entführung
Viele Freie Frauen werden durch Entführung zu Sklavinen. Dabei wird ein Mann niemals eine Frau entführen und versklaven, die mit ihm den gleichen Heimstein teilt. Das geschieht nur wenn der Mann oder die Frau fremd in der Stadt sind.

Versklavung durch Verbrechen
Begeht eine freie Person ein Verbrechen, so wird ein Mann eher Verstümmelt oder getötet als versklavt. Bei Frauen ist die Versklavung die erste Option. Dabei fällt die Sklavin dem Bestohlenen zu. Außer es wurde Stadteigentum geklaut, dann wird die Frau zur Stadtsklavin.

Versklavung durch Unterwerfung
Eine Freie Frau kann sich jederzeit einer anderen freien Person unterwerfen. Dazu reicht es eigentlich schon die Freie Person als Herr oder Herrin anzureden oder unterwürfige Positionen einzunehmen. Darüber hinaus gibt es aber spezielle submissive Positionen um die Unterwerfung formal durchzuführen. Dazu würde sich die Frau hinknien und ihre Hände überkreuzt vorstrecken, wobei sie ihren Kopf demütig senkt. Das Ausstrecken der Arme soll die Bereitschaft zur Fesselung bekunden.
Aber vorsicht. Möchte sich eine Freie Frau einem Krieger unterwerfen und er akzeptiert dies nicht, so verlangt sein Kodex, das er sie tötet.

Versklavung durch Aufruf zur Lösegeldzahlung
Wird eine Freie Frau entführt ohne das sie direkt zur Sklavin gemacht wird, sondern nur als Gefangene gehalten wird, so kann sie immer noch schadlos befreit werden. Spricht sie gegenüber ihrem potentiellen Befreier aber den Wunsch auf Lösegeldzahlung aus (direkt ausgesprochen oder auch als Brief) so gilt das wie eine eigenständige Unterwerfung gegenüber ihrem Entführer. Sie ist dann ganz offiziel seine Sklavin und kein Diebesgut mehr.

Versklavung durch Rettung
Wird eine Freie Frau aus einer lebensbedrohenden Situation gerettet, so hat der Retter das Recht, sie zu versklaven.

Aufgrund der Vielfältigkeit der Möglichkeit zur Versklavung wird ein freies Mädchen schon früh mit der Möglichkeit der Versklavung vertraut gemacht. So kennen viele Freie Frauen schon einiges über das Sklaventum und wissen zum Beispiel, wie man sich unterwirft.

Eine Barbarin weiß das natürlich nicht. So wird sie anfangs noch sehr viel Widerspänstiger sein als eine goreanische Frau. Zumindest in der Regel.

Eine unausgebildete Sklavin ist natürlich nicht so viel wert, wie eine ausgebildete Sklavin. Deshalb wird sie zügig ausgebilet. Dafür gibt es auf Gor etliche Einrichtungen wo man das durchführen lassen kann, wenn die Freie Person das nicht selber machen möchte. Zu diesen Einrichtungen gehören Aufbewahrungsgehege und Sklavenhändler.

Die Ausbildung ist nicht immer gleich, da nicht alle Skalvinnen das gleiche Aufgabengebiet haben. Die Sklavin eines Bauern wird ein sehr kleines Ausbildungsspektrum haben, da sie meistens zu Feldarbeiten herangezogen wird. Eine Sklavin die in einer Stadt lebt ist da meistens sehr viel umfangreicher ausgebildet. So lernt sie das Kochen, nähen und bedienen. Und auch die Verrichtung weiterer häuslicher Aufgaben. Dann kommen dazu noch die Vergnügungssklavinnen, die lernen, wie ein Mann sexuell zufriedenzustellen ist. Auch lernt eine Vergnügungssklavin das Tanzen.

Oftmals wünschen die Männer, das sich die Sklavinnen mit gespreizten Beinen hinknien, damit die Sklavinnen besser betrachtet werden können. Einer Freien Frau ist das zuwider. Sie wird verlangen, das die Sklavin mit geschlossenen Beinen sitzt. Um Ärger zu vermeiden sollte die Sklavin ihre Beine also lieber von selbst schließen, wenn eine Freie Frau anwesend ist.

In SL-Gor kniet eine Sklavin immer im Tower (geschlossene Beine) wenn sie eine White Silk ist. Ist sie eine Red Silk, so wird sie ihre Beine nur schließen, wenn eine Freie Frau anwesend ist. Eine White Silk ist eine ungeöffnete Sklavin. ALso eine Jungfrau. Eine Red Silk wurde schon geöffnet. In den Büchern wird das nicht so gesehen. Da knien auch White Silks gegenüber Männern mit gespreizten Beinen. Allerdings tragen white Silk in den Büchern oftmals einen Keuschheitsgürtel damit sich die Farbe nicht so schnell ändert.
Die Silkfarbe ist allerdings eine reine Kategorisierung der Kajirae. Sie spiegelt sich nicht in der getragenen Kleidung wieder.

Eine Sklavin wird in der Regel recht früh in ihrem Sklaventum gebrandmarkt. Eine abgeschlossene Ausbildung ist dafür nicht notwendig. Es ist ganz die Entscheidung des Herren, wann das Brandzeichen gesetzt wird. Das Brandzeichen erhält die Sklavin in der Regel nur einmal in ihrem Leben (außer bei Strafbränden). Aber jede Sklavin trägt dazu auch ein Collar. Dieses Collar gibt dann durch eine Aufschrift zu erkennen, wem sie gehört. Somit kann eine Sklavin in ihrem Leben mehrere Collars tragen.

EIne Sklavin kann auch wieder freigegeben werden. Das passiert allerdings recht selten. Ist die Sklavin schon gebrandmarkt, so sollte sie ihre Befreiungspapiere aber immer mit sich tragen, damit sie nicht sofort wieder versklavt wird.

So, das ist erstmal das wichtigste zum Thema Kajira. Sicher gibt es noch sehr viele weitere Sachen zu sagen, aber ich will ja kein Buch schreiben. *kichert*

***Copyright: Samantha Vacano***

1x1 der Gefangennahme (Capture)

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Zelmo Boucher genutzt und veröffentlicht.

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In einem meiner Lieblingsfilme „The Big Lebowski“ gibt es den schönen Spruch: „Manchmal frisst du den Bären, und manchmal frisst der Bär dich“. So in der Art verhält sich das auf Gor – je nachdem, in welcher Rolle man aktiv ist, mal häufiger, mal seltener – und manche werden stets gefressen.
Das Fressen will gelernt sein, und das Fressen auf Gor ist in erster Linie das Capturen – also Fangen. Falls es nicht gelingt, das jeweilige Gegenüber sofort zur Aufgabe oder zur Unterwerfung zu bringen (und ehrlich gesagt: Das passiert in den wenigsten Fällen), geht das in der Regel so vonstatten.

Kämpfen:

Es wird so lange mit dem Bogen oder dem Schwert oder dem Dolch oder was auch immer gekämpft, bis das Combatmeter des Gegners auf Null steht und das Opfer bewusstlos am Boden liegt. Ein rötlicher Ball erscheint um es herum. Freut euch, eure Beute ist bereit, verpackt zu werden.

Verpacken:

Im Regelfall werdet ihr es meistens mit dem GCS-System zu tun haben. Klickt auf den Ball, ein Menü erscheint, das euch verschiedene Möglichkeiten anbietet, die ihr dem Opfer offerieren könnt. Im aktuellen Fall wählt ihr BIND aus – also fesseln. Euer Opfer erhält eine Nachricht, akzeptiert diese und liegt in Fesseln vor Euch. Klickt auf die Fesseln, und ein weiteres Menü erscheint. Wählt daraus LEASH aus, und euer Paket kommt an eine Leine, an der ihr es an seinen neuen Bestimmungsort schleifen könnt.

Das Kleingedruckte:

So viel also zum technischen, aber ganz so einfach ist es nicht, denn ihr spielt ein Rollenspiel. Wenn Euer Opfer am Boden liegt, solltet ihr es nach Waffen durchsuchen, diese entfernen oder zerstören, an Euch nehmen. Ansonsten wird es sich sehr schnell losschneiden und entkommen. Im schlimmsten Fall liegt ihr dann selbst mir nichts, dir nichts gefesselt am Boden. Das Capture muss also gespielt werden, und dazu solltet ihr einen schönen Dialog herstellen und beschreiben was ihr tut. Schlecht ist zum Beispiel: „Zelmo nimmt der Pantherin alle Waffen weg und fesselt sie.“ Damit kommt ihr vielleicht bei „dpa“ an, nicht aber in einem Rollenspiel. Zurecht könntet ihr die Antwort erhalten: „Viola freut sich, dass er eine übersehen hat, schneidet sich los und legt ihn um“.
Also: Am besten stellt ihr dazu ein Script her, das ihr auf eine F-Taste legt und es dann abspielt. Als Faustregel: Ein Capture sollte wenigstens in fünf Sätzen ablaufen. Die reine Lehre ist das mit den F-tasten nicht – im Gefecht habt ihr aber nicht so viel Zeit, zum Tippen. Das Capture-Script (und ihr solltet es auch in Englisch auf Lager haben) sieht bei vielen und bei mir so aus – die Sätze laufen dann im Abstand von einigen Sekunden ab:

[9:07] Zelmo Boucher läuft zu dem Opfer, tritt ihm brutal gegen den Kopf, damit es bewusstlos zu keiner Reaktion mehr fähig ist
[9:07] Zelmo Boucher durchsucht das Opfer überall am Körper nach Waffen, nimmt alle an sich, zerbricht den Bogen und wirft ihn fort
[9:08] Zelmo Boucher kniet sich hin, zieht einen Strick aus seinem Gürtel und bindet der Gefangenen die Hände fest auf dem Rücken zusammen
[9:08] Zelmo Boucher bindet dem Opfer die Füße zusammen, damit es nicht weglaufen kann
[9:08] Zelmo Boucher zieht den Kopf an den Haaren nach hinten und stopft der Gefangenen einen Knebel in den Mund, damit Schreien unmöglich ist
[9:08] Zelmo Boucher überprüft alle Knoten gewissenhaft, zieht sie nochmals nach und stellt sicher, dass sie absolut fest sitzen

Damit geht ihr sicher, dass Euer Opfer entwaffnet und wirklich gut gefesselt ist, auch keine Waffen mehr versteckt hat und nicht mehr an seine gelangen kann, um sich zu befreien.
Natürlich gibt es Hintertüren, die man offen lassen oder verschließen kann, und ihr solltet sowohl als Sieger des Kampfes wie auch als Opfer seeeehr genau auf das Gesagte achten. Nimmt man einem Opfer zum Beispiel nur den Bogen weg, heißt das: Der Dolch ist noch da, an den kann man drankommen, der Bogen liegt da und kann wieder benutzt werden. Oben steht deswegen: Der Bogen wird durchgebrochen. Von Pfeilen steht dort nichts. Ähnlich ist es, wenn euch jemand sagt: „Zelmo nimmt dem Opfer alle Waffen ab, die er findet“. Zum einen ist das nicht sehr elegant. Das lässt aber auch offen – aus ungeschicktem Formulieren oder bewusst -, dass er eine eben NICHT gefunden hat. Und was den oben stehenden Dialog angeht: Explizit steht zum Beispiel nicht drin, dass die Stiefel durchsucht oder ausgezogen werden. Dort könnte noch ein Messer stecken. Wenngleich man da gefesselt sehr schlecht drankommt. ABER: Spaltet nicht unbedingt wegen jeder Formulierung Haare – das führt nur zu ärgerlichen Diskussionen – mehr dazu unten im Abschnitt „Ihr als Opfer“.

Capture im Kampf:

In Kampfsituationen gibt es viel Hektik, es ist nicht viel Zeit. Ihr habt jemanden niedergeschossen und solltet ihn nach Möglichkeit wenigstens binden – ansonsten steht er nach seiner Bewusstlosigkeit wieder auf und kann weiter kämpfen. Ihr lauft also hin, spult unter Feuer euer Capture ab und bindet das Opfer, lasst es liegen. Vielleicht legt ihr kurz eine Leine an, um es wegzuziehen. Denkt aber dran, diese wieder abzulegen, wenn es weiter geht: MIT dem gefesselten Opfer an der Leine wird nicht gekämpft.
Wenn Eure Schwertbrüder oder Pantherschwestern gefesselt am Boden liegen, könnt ihr hinlaufen und sie erstmal wieder aus der Bewusstlosigkeit holen. Dazu klickt ihr auf den roten Ball, den eueren Kampfgefährten umgibt, ein Menü erscheint, darin steht AID UP. Das ist vielleicht so viel wie ein paar Ohrfeigen, damit jemand wieder zu sich kommt – oder aber ein schnelles Versorgen der schlimmsten Wunden. Der rote Ball verschwindet dann. Dann schneidet ihr die Fesseln los, damit Euer Gefährte wieder mobil wird – klickt auf die Fesseln und wählt im Menü CUT LOOSE. Bis die Seile durchgeschnitten sind, vergeht allerdings ein Moment, bevor wieder aufgestanden und losgelaufen werden kann. Der Zeitraum kann je nach Sim-Lag differieren. Natürlich könnt ihr eure Gefährten auch Aiden, wenn die nicht gefesselt am Boden liegen - weil irgendwer das vergessen hat. Kurz: Das Aiden verkürzt den Zustand der Bewusstlosigkeit. Wundert euch aber nicht: Aiden geht nicht sofort, nachdem jemand am Boden liegt. Das gilt auch für das Lösen der Fesseln. Spielt nach Möglichkeit auch das Befreien oder Helfen mit entsprechenden Zeilen und klickt nicht einfach nur drauflos, so dass denn in der Hitze des Gefechtes machbar ist.
Seid ihr selbst gefesselt und keiner kommt, habt ihr RP-Möglichkeiten, Euch zu befreien. Ihr könnt zum Beispiel einen Hügel herunterollen und versuchen, an einem scharfen Stein die Fesseln zu zerschneiden. Aber ihr seid nicht im God-Mode – euch gelingt nicht alles, und erst recht nicht sofort. UND: Beschreibt alle eure Aktionen im Chat, spielt sie, macht sie belegbar. Ansonsten kann es Ärger geben, wenn ihr plötzlich wieder mit einer Waffe in der Hand auf dem Spielfeld steht.


Das Nachspiel:


Ihr habt also ein paar Krieger, Panther, Outlaws oder wen auch immer gefangen und schleppt sie mit auf Eure SIM. Ihr geht noch einmal ganz sicher, dass sie weder Waffen noch irgendetwas dabei haben, um sich befreien zu können. Dazu schneidet ihr dem Opfer alle Kleidung vom Leib und zieht die Stiefel aus – und vergesst nicht, das auch zu beschreiben. Oder aber ihr fordert den/die Gefangene auf, das selbst zu erledigen und helft bei Widerstand etwas nach. Stellt sicher, dass keiner an die Sachen drankommen kann, sucht den nackten Körper ab und auch die Haare. Dort können sich Nadeln oder wer weiß was verstecken. So. Und jetzt greifen die Regeln, nach denen jemand höchstens soundsoviel Tage gefangen ist – je nach SIM. Das RP mit dem Opfer beginnt, oder aber Eure Forderung nach Lösegeld, die ihr an jemanden sendet, zu dem euer Opfer gehört.

Ihr als Opfer:

Achtet darauf, was gesagt und getan wird. Es können sich daraus jeweils Möglichkeiten ergeben, frei zu kommen.

Bleibt realistisch. Es ist keine Schande, wenn ihr mal gefangen werdet. Spielt das. Gibt es realistische Möglichkeiten, zu entkommen, macht es. Wenn nicht, eben nicht. Es muss nicht um jeden Preis sein. Überlegt, was ihr im echten Leben tun würdet. Ich persönlich hasse es, wenn Gefangene wirklich unter den wildesten Umständen dann doch frei kommen, sich noch irgendein Essstäbchen aus dem Hintern ziehen, wo nicht nachgeguckt worden ist, unter akrobatischen Umständen dann damit Schlösser öffnen, zufällig in einer Zelle einen trockenen Grashalm finden, den dann mit den Zähnen in die Sonne halten, bis er brennt und damit die Fesseln… undundund. Das ist Mist und nervt.

Ihr könnt niemanden erreichen. Vergesst das mit IMs als Hilferuf. Das ist Mist. Zumindest IC. Ihr hättet im echten Leben nicht die Möglichkeit, eine SMS zu schicken. Fordert also dazu auf, dass eure Capturer jemanden verständigen über euren Verbleib. Ob die das dann machen, mal sehen. In der Regel wird dann in euerer Heimatsatdt/Camp dann auch durchgezählt und geschaut, wer fehlt. Es kommt zu Verhandlungen über Lösegeld oder den Austausch von Gefangenen. Aber IHR seid außen vor, ihr liegt im Keller oder sonstwo und greift NICHT aktiv mit IMs ein.

Zweidrei Tipps:

Es ist hilfreich, trotz der Möglichkeiten, die das GCS-Meter anbietet, noch ein wenig Rüstzeug im Gepäck zu haben. Dazu zählen Fesseln, die ihr dem Opfer auch rüberschieben könnt, die es an anzieht. Dazu zählen Gags, Knebel, die ihr ihnen reinstopft – denn die Gefesselten können um Hilfe schreien, und wenn die dann kommt, habt ihr ein Problem. Dazu zählen auch Augenbinden – die können dabei helfen, dass das Opfer wirklich nicht sieht, wo es ist, und keinem Dritten darüber Auskunft geben kann. Ist ein Capture mit irregulären Waffen oder sonstwie blödsinnig zustande gekommen, müsst ihr es nicht akzeptieren. Ich kenne auch Spieler, die lehnen es ab, Captures zu akzeptieren, die nur in einem Satz (siehe oben) gespielt werden. Lest zu allem die SIM-Regeln durch, die ihr am TP-Entry bekommt. Dort steht meist eine Menge über Capture-Situationen drin. Lasst nach Möglichkeit immer ein Chatlog mitlaufen. Das kann hinterher in Zweifelsfragen sehr hilfreich sein um zu belegen, warum ihr zum Beispiel ein Capture abgelehnt habt oder wie ihr euch befreien konntet.


So. Sollte was falsch sein, nicht richtig oder missverständlich ausgedrückt oder fehlen, korrigiert mich bitte. Ansonsten: Happy hunting

***Copyright: Zelmo Boucher***

Goreanische Zeit

Begriffe:
Ahn = Stunde
Ehn = Minute
Ihn = Sekunde



Auf der Erde hat ein Tag 24 Stunden aber auf Gor wird ein Tag nur in 20 Ahn unterteilt. Die Tage sind trotz der zwanzig Ahn genauso lang wie die Tage auf der Erde. Die goreanische Mittagszeit ist die zehnte Ahn, Mitternacht dementsprechend die zwanzigste Ahn.

Die Aufteilung der goreanischen Zeit sieht wie folgt aus:

1 Tag = 20 Ahn
1 Ahn = 40 Ehn
1 Ehn = 80 Ihn

Hierzu muss man aber auch sagen, dass die Dauer einer Ahn in manchen Regionen/ Städten unterschriedlich ist. Besonders in den Städten, die ihre Tage in Tages- und Nacht-Ahn unterteilen. Dort werden 10 Ahn dem Tag und 10 Ahn der Nacht zugeteilt, somit sind die Tages-Ahn im Sommer länger als die Nacht-Ahn und im Winter die Nacht-Ahn länger wie die Tages-Ahn. Die eigentliche Länge des Tages bleibt trotz dieses Unterschieds jedoch immer gleich, rein die Länge der Ahns variiert in diesen Städten.

Wenn man diese Aufteilung der Ahns, Ehns und Ihns auf die Erdenzeit überträgt, ergibt sich die folgende Umrechnung:

1 Ahn = 1,2 Stunden oder 72 Minuten
1 Ehn = 1,8 Minuten oder 108 Sekunden
1 Ihn = 1,35 Sekunden

***Copyright: Syleena Sheridan***

Goreanischer Kalender

Das goreanische Jahr ist etwas anders, wie ein Jahr auf der Erde. Goreaner kennen auch 12 Monate, aber diese haben nicht wie auf der Erde 30 oder 31 Tage, sondern nur 25 Tage. Nach 25 Tage kommt immer eine Übergangszeit von 5 Tagen, die Übergangs-Hand genannt wird. Der letzte Monat im Jahr hat auch eine Übergangs-Hand, aber danach kommt zusätzlich noch eine 5 Tage Periode, die Warte-Hand genannt wird. Diese 5 Tage vervollständigen das goreanische Jahr.

Auch in Gor kennt man die 4 Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter, aber diese haben spezielle Namen. Sie werden En’Kara, En’Var, Se’Kara und Se’Var genannt.

Hier ist die Auflistung der goreanischen Monate:

En’Kara (Frühlings-TagundNachtgleiche/erster Monat)
Erste Übergangs-Hand
Zweiter Monat (Hesius in Ar)
Zweite Übergangs-Hand
Dritter Monat (als Camerius in Ar und als Selnar in Ko-Ro-Ba bekannt)
Dritte Übergangs-Hand
En’Var (Sommersonnenwende, vierter Monat)
Vierte Übergangs-Hand
Fünfter Monat
Fünfte Übergangs-Hand
Sechster Monat
Sechste Übergangs-Hand
Se’Kara (Herbst-TagundNachtgleiche/siebter Monat)
Siebte Übergangs-Hand
Achter Monat
Achte Übergangs-Hand
Neunter Monat
Neunte Übergangs-Hand
Se’Var (Wintersonnenwende/zehnter Monat)
zehnte Übergangs-Hand
Elfter Monat
Elfte Übergangs-Hand
Zwölfter Monat
Zwölfte Übergangs-Hand (Karnevalzeit)
Warte-Hand


***Copyright: Syleena Sheridan***

Goreanische Münzen

Auf Gor sind Münzen als Zahlungmittel bekannt. Die Münzen sind teilweise von Stadt zu Stadt unterschiedlich, manche werden nur in bestimmten Städten/Regionen akzeptiert. Sehr bekannte Münzen sind z.B. die Gold-Tarns von Ar, Port Kar und Ko-Ro-Ba und die Silber-Tarsk von Tharna. Alljährlich wird auf's Neue versucht, die Münzwährung auf Gor zu standardisieren, was bisher aber nicht gelungen ist. Auch Wechsel und Kreditbriefe sind bekannt, jedoch gibt es kein Papiergeld wie auf der Erde.

Der Wert einer Münze wird von der jeweiligen Stadt festgelegt, genauso wie das Motiv der Münze, dass in der Regel aus dem Anfangsbuchstaben der Stadt und einem Tarn oder Tarsk besteht. In einigen Städten werden die Münzen mit einem Loch versehen, um sie so auffädeln und einfacher transportieren zu können.

Die kleinste Währungseinheit von Münzen bildet dabei das Tarsk-Stück. Die meisten Münzen werden aus Kupfer oder Silber gefertigt. Die goldenen Tarnscheiben werden auch aus dem doppelten Gewicht hergestellt, um ihren Wert somit zu erhöhen. Im Gegensatz dazu gibt es auch Münzen, die geteilt werden können um zu wechseln.

Folgende Münzen und Werte ergeben sich aus den Büchern:

Tarsk-Stück:
zwischen 4-20 Tarsk-Stücke ergeben ein Kupfer Tarsk

Kupfer-Tarsk:
zwischen 40 - 100 Kupfer-Tarsk entspricht einem Silber-Tarsk

Silber-Tarsk:
10 Silber-Tarsk ergeben eine Goldene-Tarnscheibe

Goldene-Tarnscheibe:
einfaches oder doppeltes Gewicht, entsprechend höherer Wert

Für einen Goreaner ist bereits ein Silber-Tarks von sehr großem Wert, die meisten besitzen Kupfer-Tarsks um ihre Waren, auch Sklaven, zu bezahlen. Eine goldene Tarnscheibe hat einen enormen Wert und ist mehr als ein Goreaner einer niederen Kaste im Jahr verdient.


***Copyright: Syleena Sheridan***

Arzt-Verhalten

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Dilara Sands genutzt und veröffentlicht.

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Arzt-Verhalten

Ärzte versuchen stets ihre Aufgabe so gut wie möglich zu handhaben und ihren
Pflichten nachzukommen. Ihr Verhalten sollte so sein, dass die potentielle Patienten
sowie das Umfeld sich jederzeit mit Vertrauen und Respekt an sie wenden können.
Ärzte haben keine Arbeit, wenn die Patienten kein Vertrauen in ihre Professionalität, ihre Fähigkeiten oder Urteil haben.

Alkoholische Getränke werden nur getrunken wenn eine Vertretung vorhanden ist, niemals im Dienst, auf Dienstreise oder bei Abrufschicht. 6 ahns müssen zwischen einer Nahrungsaufnahme eines Arztes vom Alkohol und seiner Behandlung eines Patienten vergehen.
Patienten sollen jederzeit mit Rücksicht und Respekt behandelt werden, die Scham
freier Frauen sollte wenn möglich, bewahrt werden. Abtrennwende auf allen Seiten sind bei den Behandlungen sind wünschenswert / nötig.

Sklaven werden freundlich aber unpersönlich behandelt.
Keine Kajira und kein Kajirus sollte vorzeitig entlassen werden um Ihren Herrn zu dienen solange sie nicht vollständig geheilt sind.
Sklaven die im Dienste der Ärzte stehen sollten während dieser Zeit keinen andern Tätigkeiten nachkommen die sie von eben dieser Pflichten abhalten könnte.
Noch werden sie berührt oder liebkost damit sie nicht außerstande sind ihre eigentliche Arbeiten zu verrichten.


Sauberkeitsstandart
Der Gebrauch von Antiseptiken ist ein gegenwärtiger Standard der Praxis und wird als ein wesentlicher Teil der Behandlung des Patienten betrachtet.
Hände sollen gewaschen und in Übereinstimmung mit der akzeptierten medizinischen Praxis behandschuht werden, bevor der Patient berührt wird. Ausnahmen können gemacht werden, wenn der Patient drausen behandelt und stabilisiert werden muss oder unter primitiven Bedingungen behandelt werden muss. Kein Instrument sollte bei der Behandlung von einem Patienten zum nächsten ohne richtige Sterilisation benutzt werden.


Vertraulichkeit von Patientendaten
Alle Untersuchungen und Behandlungen, Chirurgie und die anschließenden Folgeuntersuchungen in der Klinik erfolgen mit dem Ziel die Würde und Privatsphäre des Patienten im Auge zu behalten. Private Büros , Behandlung,- und Chirurgische Zimmer sollten zur Verfügung stehen.
Der Zustand des Patienten und der Behandlungsverlauf darf niemanden anderen als der Familie mitgeteilt werden. Der Patient kann schriftlich niederlegen dass auch andere Angehörige Informationen über seinen Zustand erhalten, mündlich sollte bei dieser Absprache mit dem Arzt ein Zeuge dabei sein.
Für Lehrzwecke kann der Fall mit anderen Angehörigen der grünen Kaste disskutiert werden, solange der Name des Patienten nicht erwähnt wird.

Aufzeichnungen
Detaillierte und lesbar Patienten-Karteikarten werden für jeden Patienten durch den Arzt angefertigt. (zB: Heilungsverlauf, mit Namen, Datum und Ort)
Diese können dem Patienten oder dem Hausarzt des Patienten auf Anfrage z ur Verfügung gestellt werden.

Sklavenmedizin
Sklaven und Freie sollen für die Behandlung, Chirurgie und Genesungszeit getrennt werden. Keiner freien Frau sollte die Anwesenheit eines Sklaven zugemutet werden, es sei denn es handelt sich um die Eigentümerin des Sklaven. Bei der Behandlung ihres Eigentums hat sie das Recht anwesend zu bleiben.
Untersuchungsberichte der Sklaven, Wege der Behandlung, Status und Prognose, sollen nur mit dem Eigentümer, nicht dem Sklaven besprochen werden.
Nichts wird mit dem Sklaven ohne die ausdrückliche Erlaubnis der Eigentümer besprochen.

***Übersetzung: Dilara Sands***

Medizin: Behandlungen durch eine Sklavin

Nach einem Überfall oder einer Auseinandersetzung ist alles durcheinander, daher muss sie in der Lage sein, sich zu konzentrieren und sehr aufmerksam zu sein, da das Leben ihres Herrn durchaus in ihren Händen liegen kann

Behandle jeden Herrn als wenn es Dein eigener wäre während einer Auseinandersetzung. Sie müssen wissen, das das Auge eines Mädchens sich nur auf sie konzentriert und nur die Anwesenheit des Herrn das Mädchen interessiert. . Wenn ein Mädchen nervös wird oder verwirrt ist was sie tun soll, frag einen Heiler oder eine ältere Schwester was zu tun ist

Keine zwei Wunden sind dieselben, also sollte auch deren Behandlung niemals dieselbe sein. Jede einzelne sollte so gut behandelt werden, wie es die Sklavin vermag.

Habt niemals Angst eine Schwester um Hilfe zu fragen

Vorräte für die moisten Wunden werden in dem Medizinischen Raum in derm Operationszimmer gelagert. Nachdem erste Hilfe geleistet wurde, muss der patient in den Medizinischen Raum gebracht werden. Fragt einen Freien, wenn ihr Hilfe beim Tragen braucht

Eine Sklavin darf NIEMALS eine Waffe mit ihren bloßen Händen berühren. Nehmt eine Waffe immer mit einem umgeschlagenen Tuch oder Kleidung und entfernt sie vorsichtig.

Grundsätzliches Vorgehen bei der Behandlung eines Herren, einer Herrin


1. 1. nach einem Überfall oder einer Auseinandersetzung, fragt den Master/Mistress nach einer Beschreibung der Wunden

2. Bestätigt die Wunden, die schwerste zuerst.. Behandelt die Wunden in der Reihenfolge, die schwerste zuerst, bis alle Wunden versorgt sind.

3. Nehmt aus dem Med Kit ein sauberes Tuch und steriles Wasser und säubert die Wunde von Blut und Schmutz. Wenn kein steriles Wasser vorhanden ist, kann auch Paga benutzt werden.

4. Reibt die Wunde vorsichtig sauber, stellt die Tiefe der Wunde fest und behandelt sie mit Salbe. Dried Blue Grass Salbe kann benutzt werden ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Kanda Salbe.

5. Wenn die Wunde genäht werden muss, wartet bis die Wunde betäubt ist und näht sie vorsichtig zusammen, macht dies mit kleinen Stichen.

6. Wenn es nicht ausreicht, die Wunde zu nähen, weil sie zu gross ist, muss sie eventuell ausgebrannt werden mit einem heißen Eisen. Versichert Euch, das das Eisen rot glühend ist, bevor ihr damit die Wunde versiegelt. Eisen befindet sich auf dem Feuer, falls es gebraucht wird.

7. Säubert die Wunde erneut mit mehr sterilem Wasser oder Paga, tragt mehr Salbe auf und bandagiert die Wunde mit sauberen streifen Stoff.


8. Bittet den Master darum, den Kräuterteee mit dem grünen Heilpuder zu trinken, weil es seine Heilung beschleunigen und seine Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen verbessert .

9. Wenn ihr Euch zu irgendeinem Zeitpunkt überfordert fühlt, bittet jemanden um Hilfe, auch per IM

kajirae, die persönlicher besitz sind, kümmern sich zuerst um ihren Herrn, dann erst fragen sie andere Sklavinnen, ob sie helfen können.
Sollte sie mehreren Herrn gehören, behandelt sie erst ihren ersten Herrn, dann den zweiten und so weiter

Hier eine Liste der Dinge, die in einem MedKit sein sollten

Steriles Wasser
Kleine Tücher für Schnittverletzungen
Kanda Blätter gegen Schmerzen und zum Betäuben der Wunden
Dried Blue Grass Salbe gegen Schmerzen und zum Betäuben der Wunden
Green antiseptic Powder zum desinfizieren der Wunden
Green herbal powder zum Tee kochen, um gegen Infektionen zu behandeln
Bandagen und Kompressen
Klebestreifen umd grössere Bandagen zu befestigen
Vosk Darm zum Nähen von Wunden
Seide zum Nähen von Wunden
Pinzette zum Entfernen von Gegenständen aus den Wunden
Gegengift
Brechmittel


***Übersetzung: Dilara Sands***

Donnerstag, 4. September 2008

* RP-Geschichten - Info *

Tal,

in diesem Teil des Blogs findet Ihr selbstverfasste Geschichten einiger Rollenspieler.

Diese Geschichten entstammen einer RP-Situation, ihrer Gefühlslage oder sie stellen den Hintergrund ihrer Rolle in Gor dar.

Vielen Dank an alle Autoren für die Erlaubnis, ihre Geschichten hier veröffentlichen zu dürfen!

Allseits sichere Wege,
Syleena

Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 1

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Zeus Edelman genutzt und veröffentlicht.

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Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 1

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Freiheit

Das Wort ist es, was Zeus noch in den Ohren klang. Die Morgensonne lugte zwischen einigen kaputten Fugen in der Ruine durch, in der sich letzte Nacht zusammen mit Ihr zum schlafen gelegt hatte. Langsam öffneten sich seine Augen, verschwommen nahm er die Umrisse der Felsbrocken wahr, die davon zeugten, dass dieser Ort irgendwann einmal eine blühende und belebte Oase gewesen sein muss.

Sekunden vergingen, bis er merkte, dass er alleine war. Neben ihm lag nur noch eine Schriftrolle. Noch etwas benommen vom Schlaf, und der schon aufkommenden, für die Tahari typischen Hitze, rollte er die Schriftrolle auseinander.

Aufbruch

Es waren Papiere, die seine Freiheit bestätigen sollen. Er hatte die Ketten verlassen, die Ketten, die ihm letztendlich zu der Frau geführt haben, die er liebt. Zeus betrachtet gedankenverloren die Schriftrolle, schaut sich dann um. Niemand in der Nähe. Aus der Ferne sind Geräusche zu vernehmen, welche seiner Ansicht nach von Sleens stammen müssen. Auch diese Tiere suchen allmorgendlich den Schutz vor der Sonne. Noch war es Zeit aufzubrechen, um einige Pasang hinter sich zu legen, und evtl. sogar die Urwälder und gemäßigteren Regionen des Südlands zu erreichen, bevor die Mittagssonne ein Weiterwandern unmöglich macht.

Tagesmärsche

Zeus Weg führte ihn durch viele Täler, Schluchten, unwegsamen Gelände. Jeden Tag musste er seine Wasserbeutel auffüllen, etwas zu essen finden, und Schutz vor der brennenden Sonne der Tahari suchen. Er fragte sich häufig, wo diese Frau hin ist, die ihn zu ihrem Eigentum machte, ihm zeigte, was es bedeuten kann, jemanden wirklich zu lieben. Sie war nirgendwo zu sehen. Er befragte Karawanen, ob diese eventuell etwas wissen. Erfolglos. Vielleicht ist sie schon tod. Warum mag sie gegangen sein? Zeus wurde sich bewusst, das er wohl nie genau eine Antwort darauf bekommen würde. Die Tagesmärsche waren lang, und beschwerlich. Aber die Priesterkönige meinten es gut mit ihm. Ausgezehrt erreichte er das Südland, wo sich die Oase der 4 Palmen befindet.

Bündnisse

Dort angekommen, erfuhr er sehr schnell, dass sich dort einiges geändert hat. Zwischen den Bakah, seinem alten Stamm, und der Oase der 4 Palmen besteht wohl nun ein Bündnis. Als Vasallen der Kavar war das auch irgendwann die logische Konsequenz. Nachdem er sich in der dortigen Taverne gestärkt hat, versuchte er, ein letztes Mal herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Der Frau, der er sein Leben aus Liebe geschenkt hat. Auch hier war jede Suche erfolglos. Ihm wurde jetzt bewusst, dass er sie wahrscheinlich auf Gor nie mehr wieder sieht.

Abschied

Letzte nacht sind in der Nähe der Oase die Bakah aufgetaucht. Der Stamm ist weitergezogen, wie es bei Nomaden üblich sind. Relativ schnell wurde ein kleines befestigtes Camp gebaut. Zeus, Krieger auf Gor, folgte dem, was ihm der Codex vorschreibt: Ehre. Er machte sich auf, und wanderte durch den Urwald, in dem viele Taluna und Gesetzlose ihr unwesen treiben, zu dem ihm genannten Punkt. Eine Befestigung, und zwei wehende, rote Fahnen am Tor. Bakah Fahnen. Unsicher schritt er auf das Camp zu, und wurde prompt von Dawn entdeckt, der ehemaligen Panther, die durch ihn damals zu den Bakah gekommen ist. Sie bat ihn hinein, und dort war noch Steffen, der Slaver der Bakah. Als Zeus sah, dass es den Bakah anscheinend gut geht, und diese nach all den Strapazen einen guten Platz gefunden haben - und in Zukunft finden werden, verabschiedete er sich.

"Be well. Mögen eure Wasserbeutel niemals leer sein"


Der Moment war gekommen, er hatte seine Schuld getan, sich in Ehre und als freier Mann zu verabschieden. Er wanderte zum Handelsposten zurück, rief seinen Tarn, der trotz allem immer in seiner Nähe war, und flog in Richtung Norden. Eine Reise ins ungewisse. Ohne die Frau, der er verfallen ist. Ein Teil von Ihr wird immer mit ihm sein. Vielleicht wird er sie wiedersehen, und er weiss, das er ihr jederzeit wieder sein Herz schenken würde.


Die Silhouette von ihm und seinem Tarn verschwanden langsam am Horizont. Wohin ihn sein treues Tier bringen wird, niemand weiss es. Vielleicht wird er die Reise auch nicht überleben. Aber ist eines ist ihm stehts bewusst. Er ist nicht alleine. Er hat sein Schwert. Den Stahl. Er ist ein Krieger.

***Copyright: Zeus Edelman**

Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 2

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Zeus Edelman genutzt und veröffentlicht.

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Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 2

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Herumirren

Zeus erreichte die Oase der Vier Palmen relativ spät. Es wurde schon dunkel, und bevor er irgendwo im Dschungel schlafen musste, hielt er die Oase doch für angenehmer. Einmal angekommen, verschlug es ihn auch direkt in die Taverne. Müde und ausglaugt von der langen Reise, der Irritation, die noch immer in ihm herrschte, versuchte er sich bei einer Schale Paga zu entspannen. Die Taverne war leer, wie oft in der Oase. Nur eine blonde Sklavin bediente, und Zeus lies sie zu seinem Vergnüngen Tanzen. Still betrachtete er eine Weile ihre Bewegungen, und sprach mit ihr über viele Dinge. Als die Zeit kam, um zu gehen, kam wie durch Zufall das Thema auf den Stamm der Aretai, der lange verschollen war. Die Aretai waren wieder da, und die Kavar hatten sich verbündet. Zeus verliess die Taverne umgehend, denn es war ein altes Pflicht- und Ehrgefühl, was in dazu brachte nun ein altes Vesprechen einzulösen.

Versprechen

Er irrte durch den dichten Dschungel Südlands. Ab und an war ein Rascheln in den Büschen zu vernehmen. Panther? Larl? Was auch immer es war, Zeus setzte seinen Fussmarsch viele Pasang unbeirrt fort.
Er kam wieder am Bakah Lager an. Denn dort, so hörte er, soll sich derzeit auch Sylvie, die ehemalige Tatrix der Bakah, aufhalten. Die Bakah, skeptisch wie eh und je, gewährten ihm einlass, um mit Sylvie zu reden. "Ich komme, um mein Versprechen, was ihr dir als Krieger gegeben habe, in der Nacht, als wir uns das Salz geteilt haben, einzulösen. Die Aretai sind wieder da, und ich kenne Namen und Aufenthaltsorte". Obwohl Teile dieser Information natürlich schon längst bekannt waren, gab es einiges neues, was für die Bakah und die Kavar von Interesse sein dürfte. Zeus hat wieder gefühlt, was Ehre bedeutet. Was es bedeutet, Wort zu halten. Ehre kann jeden Schmerz lindern. Auch nach langer Zeit.

Ziellos

Zeus verbrachte nun noch einige Zeit im Südland, lernte Land und Leute kennen, sah, dass die Region quasi von Panthern überrannt wird. Er grübelte lange über sich selbst, und sein tun, und wonach er sucht. Er musste eine Antwort finden, auf seine Fragen. Nach einigen Nächten fand er sie. Er musste wieder der alte Zeus werden, der Krieger, der von vielen geachtet wurde. Also musste er seinen Status wieder herstellen.

Der Ursprung

Port Kar, sein Geburtsort. Hier würde er vielleicht seine Ehre wiedererlangen können. Die Kastenzugehörigkeit, die ihm so viel bedeudet. Und man gab sie ihm. Er fand was er suchte. Er hatte seinen Frieden gefunden. Die Reise zurück in die Vergangenheit hilft manchmal, um sich wieder selber zu finden. Zeus war wieder ein Krieger der roten Kaste. Stolz, und doch emotional. Er machte sich wieder auf und reiste zurück ins Südland

Panther

Wieder im Südland angekommen, landete er direkt in einer politischen Krise. Die Torvis Panther hatten den Handelsposten besetzt, und die Wachen der Oase haben diese vertrieben. Alles bereitete sich auf eine Belagerung der wütenden Panther vor. Klingen wurden geschärft, die Sehnen der Bögen erneuert. Vorräte herbeigeschafft und rationiert. Zeus schaute sich ein wenig um. Irgendwie fühlte er sich aber nicht mehr mit der Region und den Kavar verbunden. Irgendetwas nagte in in ihm. Er traf eine Entscheidung.

Neubeginn

"Manchmal muss man zwei Schritte zurück gehen, um einen Vorwärts gehen zu können". Zeus musste seine Ruhe finden, etwas neues, fernab von all dem was passiert ist. Er hat sich selber wieder gefunden. Zeus, der starke Krieger, der Mensch der er früher war. Er stieg auf seinen Tarn, und flog nach Saphronicus, den Ort, den er neulich noch besucht hatte, in dem sein alter Freund Suca lebt. Dort vielleicht wird er seinen Neuanfang bestreiten. Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, sich nicht selber aufgegeben. Das ist es was zählt. Zeus ist ein Krieger. Er wird immer einer sein, und kämpfen, bis in den Tod, für das was er begehrt.


***Copyright: Zeus Edelman**

Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 3

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Zeus Edelman genutzt und veröffentlicht.

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Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 3

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Ankunft

Das Klima ist das, an was sich Zeus langsam gewöhnen musste. Der lange Flug auf seinem Tarn führte ihn über die Städte Tasra, Torcadino. In Ar machte er eine kurze Rast, aber nach nur einer Nacht flog er wieder weiter, passierte den Vosk, und gelang recht schnell zur Festung von Saphronicus. Das Wetter war gemässigt, kühl, windig. Ganz anders als er es aus der Wüste gewohnt war. Es fing an zu regnen. Am Horizont konnte er die hohen Mauern der Festung erkennen. Mit dem Tarnstab veranlasste er sein Tier tiefer zu fliegen. Irgendetwas schien nicht zu stimmen. Es herrschte hektischer Betrieb innerhalb der Festung. Schon von weitem hatte er ein Glockenleuten vernommen.

Biester

Zwischen den einzelnen Gebäuden und Türmen konnte Zeus Personen ausmachen. Es waren halbnackte Frauen, mit Bögen in der Hand. "Panther!" fauchte er, und merkte wie sein Tarn seine Muskeln anspannte, so als ob er es verstehen würde, das es vielleicht zu einem Kampf kommen wird. Zeus lies seinen Tarn unbeirrt eine weile über die Festung kreisen. Er vermutete, dass sein sein alter Freund, Sucarab, aus der gemeinsamen Zeit bei den Tahari Nomaden, in dieser Festung seinen Heimstein hat. Für Sucarab würde er sein Leben riskieren. Aber nicht für einen fremden Heimstein, zu dem er keinen Bezug hat. Es dauerte eine ganze weile, man ignorierte ihn, bis er auf einmal Sucarab vor einem Gebäude erspähen konnte. Er war umgeben von zwei Biestern, seine Hände gefesselt. Das war der Zeitpunkt einzugreifen!

Angriff

Sein Tarn landete auf einem der höheren Gebäude. Für einen kurzen Moment meinte Zeus Asha wahrgenommen zu haben, die Sklavin von Sucarab. Aber dafür war jetzt keine Zeit. Er stieg von seinem Tarn, und in dem moment zischten auch schon die Pfeile an ihm vorbei. Sofort sprang er wieder auf den mächtigen Tarn, stachelte ihn mit dem Tarnstab an sofort loszufliegen. Im Pfeilhagel gelang die Flucht, allerdings wurde anscheinend das Tier leicht verwundet, so dass es ratsam war, nach einer kurzen Distanz eine schnelle Landung hinter ein paar Bäumen einzulegen. Die Landung war relativ unsanft, so dass Zeus für ein paar Minuten das Bewusstsein verlor.

Taktik

Zeus öffnete die Augen. Stille. Wind. Regen. Sein Tarn sass in seiner Nähe, und leckte an seinen Wunden, die letzendlich doch nicht so schlimm waren wie Zeus es im ersten Moment vermutet hatte. Benommen stand er auf, schaute durch die Bäume auf die Festung. Es war ruhig. Er hatte keine Ahnung, wie lange er bewusstlos war. Nach einer Weile fühlte er sich wieder kampffähig, und wirkte fest entschlossen Sucarab zu helfen. Als gemeinsame Bakah Krieger haben sie viele Schlachten zusammen geschlagen. Soetwas vergisst man nicht. Aber er brauchte eine Taktik. Der Pfeilhagel der Panther machte eine Landung in der Festung unmöglich. Was wäre, wenn er es schaffen würde, die Biester abzulenken, damit Sucarab eine Chance zur Flucht hat? Er stieg wieder auf seinen Tarn, und das Tier erhob sich samt Krieger in die Lüfte.

Flucht

Er kreiste erneut eine weile über die Festung, versuchte mit zusammengekniffenen Augen Sucarab zu entdecken. Da stand er. Noch immer umringt von zwei Panthern. Zeus überlegte nicht lange, nahm seine Armbrust, und flog einen Angriff auf die Biester. Der erste Angriffsflug hatte sie noch überrascht, sie wirkten hilflos beim Versuch herauszubekommen, wo die Bolzen herkamen, die knapp neben ihnen in den Boden und die Häuserwände einschlugen. Bei Zeus zweitem Angriffsflug erwiederten sie das Feuer. Zeus wollte nicht unbedingt treffen, er wollte die Panther nur ablenken. Und es gelang. Er sah, wie Sucarab weglaufen konnte, und sich in einem Turm versteckte. Direkt über einem Tor. Die Panther waren ausser sich, und jagten Zeus, der nun versuchte die Biester vom Tor wegzulocken. Auch dies gelang nach einer kurzen Weile. Er sah wie Sucarab durch das glücklicherweise offene Tor herausrennen konnte, zu den Höhlen, die sich wunderbar als Versteck eignen. Es war geschafft.

Verstecken

Wieder war es nun nötig, gegen die Übermacht der aggressiven Panther das Weite zu suchen. Zeus flog seinen Tarn wieder Richtung Wald, und an einer Lichtung landete er das Tier. Hier ist jetzt Zeit für eine Rast. Der Kampf hatte ihn und seinem Tarn viel Kraft gekostet, auch weil sie bereits eine lange Reise hinter sich hatten. Morgen würde er schauen, ob die Belagerung der Stadt durch die Biester beendet ist. Und auch seinen alten Freund wiedertreffen. Vielleicht findet er hier seinen neuen Heimstein. Eine Festung. Krieger. Schlachten. Ehre und Stahl. Das ist es, wonach Zeus sich sehnt. Auch sein Tarn schien sich bei dem Klima viel besser zu fliegen, als noch in der Wüste und deren Ausläufern. Zu arg setzte ihm die Hitze immer wieder zu.

Zeus suchte sich im Wald eine gut geschützte Stelle aus, holte eine Decke aus dem Gepäck von seinem Tarn, schickte das Tier nun zum fressen davon. Im Licht der drei Monde Gors legte er sich auf die Decke, beobachtete wie im Mondschein die Baumkronen hin und her wiegen. Sein Tarn verschwand als kleiner Punkt im Nachthimmel. Zeus schloss die Augen, und schlief langsam ein.

***Copyright: Zeus Edelman**

Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 4

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Zeus Edelman genutzt und veröffentlicht.

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Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 4

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Zeus betrachtete die Schriftrolle. Eine recht grosse Schriftrolle, die da vor ihm auf dem Schreibtisch liegt. Im Licht der Fackeln kann man knapp die recht verschmierte Schrift lesen: Gesetze der Oase der Zwei Scimitar, erster Entwurf. Er nimmt den Pagakrug wieder in die Hand, trinkt einen heftigen Schluck, und lässt den nun leeren Krug neben den Tisch fallen. Schwierig ist es für ihn, sich auf dem Stuhl zu halten, zu betrunken ist er.

Mit einer schnellen Bewegung nimmt er die Schriftrolle, wirft diese zerknüllt in die Ecke, und stützt Entnervt seinen Kopf mit den Händen, lallt "Wie bin ich nur hier gelandet".

Die Augen geschlossen, Stille, nur das Knistern eines Kamins einige Meter entfernt stört die Ruhe, er sitzt im Rathaus der Oase der Zwei Scimitar, erinnert sich.

Der Krieger war aufgebrochen aus der Wüste der Tahari, um einen neuen Platz zu finden, nach dem sein Schicksal ihn und die Bakah auseinandergerissen haben. Sein Weg führte ihn nach Saphronicus, an der Grenze zu den Nördlichen Wäldern, zu seinem alten Freund, Suca. Dort verbrachte er einige Wochen als Krieger, beschäftigte sich mit dem Training am Schwert, er war über die Monate doch recht eingerostet. Er bekam einen neuen Tarn, ein wunderbares Tier. Schwarz wie die Nacht, und stolz wie ein Ubar des Himmels. In Saphronicus gibt es viele Zwischenfälle mit den Sleens aus dem Wald, den Panthermädchen. Darum existiert die Festung auch, als eine letzte Bastion, welche die Biester ein Einfallen in das zentrale Gor hindern soll.

Es kam die Nacht, vor mehreren Wochen, wo Zeus das unbändige Gefühl überkam eine Reise anzutreten. Kurz vorher hatte er in den Nördlichen Wäldern Sylvie, die ehemalige Tatrix der Bakah, getroffen. Was auch immer sie da suchte. Es mag Sehnsucht gewesen sein die Zeus Nachts auf seinen Tarn trieb, und ihn in den Süden fliegen lies. So richtig kann er das Gefühl heute noch nicht bestimmen. Also stieg er auf in den Himmel, und lies Saphronicus, mit seinen schönen Türmen am Horizont verschwinden. Das er nicht wieder zurückkehren würde war ihm zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, bzw es wäre auch ein unmöglicher Gedanke gewesen.

Angekommen in der Tahari schickte er seinen Tarn unverzüglich in den Urwald, Nahrung suchen. Dort gibt es genug Taluna und Larls, die den Hunger des Tieres stillen und ihn davon abhalten sollten, seinen Reiter zu attakieren und zu fressen. Zeus wanderte durch den Urwald, bis zum westlichen Teil der Region. Dort stand sie, die legendäre Oase der Zwei Scimitar, welche als Heimstein der Bakah gilt, und in den Stämmen der Kavar eine zentrale Rolle spielte. Sie wurde vor hunderten von Jahren während eines fürchterlichen Sandsturms nahezu völlig begraben und zerstört. Man sagt das es die Priesterkönige gewesen sein müssen, sie haben die Oase verschwinden lassen, wie einst Ko-Ro-Ba. Das letzte Mal als Zeus die Oase gesehen hatte waren noch tausende von Sklaven damit beschäftigt die Mauern wieder auszugraben.

Nun stand sie wieder, hier und dort noch Schäden, Macken, und so richtig viel Leben schien nicht in der Oase zu sein. Er im Sonnenuntergang durch das riesige Tor, Zwei bronzene Scimitare kreuzten sich über dem Tor, und glänzten matt im Licht der gerade aufgehenden drei Monde.

Tage und Wochen vergingen, Zeus hatte sich ein kleines Zimmer in einer verlassenen Wohneinheit der Oase angemietet. Der Ort war trostlos. Die Oase steht seit jeher unter der militärischen Kontrolle der Bakah. So waren es auch hauptsächlich deren Stammesmitglieder, die dort anzutreffen waren. Sie würden - nachdem die Oase fertig ausgebraben und wieder aufgebaut war - sich wieder in ihre Camps zurückziehen. Es sind Nomaden, keine Stadtmenschen. Zeus besuchte die Bakah regelmässig in einem naheliegendem Camp. und es freute ihn zu sehen, dass es seinen alten Freunden gut ging.

Dennoch fühlte er sich irgendwie nicht wohl. Einsam in den Mauern der Oase. Er mag es von Menschen umgeben zu sein. Irgendwann, eines Tages, erreichte ihn die Nachricht, das Saphronicus sich im Krieg mit Tyros befindet. Die Kämpfe waren schon weit fortgeschritten, als er von dieser Kunde erfuhr. Sollte er zurückkehren? Wenn ja, wie? Sein Tarn war direkt am Abend der Ankunft verschwunden. Er kam nicht mehr von der Nahrungssuche zurück. Also musste er sich für die Rückreise ein neues Tier besorgen. Fussmarsch, auch wenn ein Krieger im Kriegerschritt ettliche Passang zurücklegen kann, kam nicht in Frage. Ein Tharlarion - niemals.
Weitere Tage vergingen, hier und da unterbrach etwas Geplänkel mit ein paar Taluna den tristen Wüstenalltag.

Schreie, das klingen von Stahl rissen Zeus vom Fell. Es war Nachmittag, die Sonne stand noch hoch, es war heiss, aber nicht zu heiss um nicht einen Fuss vor die Türe zu setzen. Schreie, Kampfgeräusche. Er ging auf das Dach seiner Wohneinheit, und sah wie eine handvoll Taluna in der Oase waren. Selbstverständlich waren sie bereits von den Bakah, welche die Oase schützen, entdeckt und angegriffen worden. Die Krieger waren aber in der Unterzahl, so dass Zeus nicht lange zögerte, und mit den schweren Bolzen seiner Armbrust versuchte die Taluna zu verscheuchen. Er hasst Panther und Taluna. Seine Vergangenheit ist begraben, aber manche Dinge kann er nicht vergessen.

Die Übermacht der wütenden Mädchen war erdrückend. Es dauerte nicht lange, bis er überwältigt und gefesselt wurde. Taluna innerhalb der Stadtmauern? Es war ein Skandal, unvorstellbar, was war passiert? Diese Antwort wurde ihm für den Moment verwehrt. Gefesselt und geknebelt brachten die Biester ihn und Sylvie - welche ebenfalls gefangen wurde, durch die Wüste, einige wenige Pasang, in ihr Lager. Das Lager der Sa-Lar Torvis.

Ein stechender Schmerz erschütterte Zeus auf dem Weg in das Panthercamp. Eine von diesen Mädchen, so schien es, hatte in seinen rechten Oberschenkel gebissen. Er schrie. Entsetzen stand in seinem Auge. Die Panther waren unterdessen eifrig damit beschäftigt, diese Wilde von seinem Bein zu lösen. Ein kleines Stückchen Fleisch hat sie ihm aus dem Oberschenkel gerissen. Fassungslos, und den Schmerz vom Adrenalin nicht mehr spürend, starrte Zeus auf die Leute. "Was ist das für ein... Ding?" schrie er. "Eine Mamba" war die knappe Antwort einer der Frauen.

Kurze Zeit später fand sich Zeus im Camp wieder, angebunden an ein Kreuz. Erschöpft öffnete er wieder die Augen, und bemerkte Sylvie in seiner Nähe. Seine Augen konzentrierten sich aber auf die anwesenden Frauen, und waren ständig auf der Suche nach diesem Geschöpf, welches man eine Mamba nennt. Diese Mambas sind primitive Geschöpfe auf Gor, die ähnliche wie Panther, wohl in Rudeln zusammen leben. Im Gegensatz zu allen anderen menschlichen Lebewesen auf dem Planeten, machen die Mamba aber in der Frage des Hungers keinen Halt vor Menschenfleisch. Eine Barbarin erklärte Zeus mal, dass auf ihrem Planeten dieses Verhalten mit "Kanibalismus" bezeichnet werden würde. Zeus hielt all diese Geschichten für Märchen, die irgendwelche Poeten sich im Vollrausch nachts in einer Taverne erdacht haben. Nun spürte er die schmerzliche Warhheit an seinem Bein.

Auf einmal wirkten die Frauen hektisch, zogen ihre Bögen. Etwas huschte durch das Dickicht des Camps, welches mitten in einem bewachsenen Dschungelausläufer steht. Schreie, Kampflärm, zischende Pfeile. Minuten später stellte sich heraus, dass Light, der Schmied der Oase der Zwei Scimitar, irgendwie in das Camp eingedrungen sein musste, und den Held spielen wollte. Nicht sehr intelligent. Er zählte nun ebenfalls zu den Gefangenen, und Zeus war sichtlich erleichtert, als diese widerliche Mamba in ihm ein neues Opfer gefunden hatte.

Eine Panther mit - so erinnert er sich - roten Haaren schnitt Zeus dann die Klamotten vom Leib, und freute sich anscheinend sichtlich über den Geldbeutel, den er mit sich geführt hatte. Es war der kümmerliche Rest seines Geldes, alles andere hatte er nachts zuvor ausgegeben um einen Tarn zu erstehen. "Ich habe gewusst, ich hätte letzte Nacht schon nach Saphronicus abreisen sollen", knurrte er zwischendurch, wütend über die missliche Lage in der er sich befand. Er schaute immer wieder zu seiner Mitgefangenen Sylvie, die aber offensichtlich nicht ganz so ruppig behandelt wurde wie er. Es stellte sich heraus, dass das Tor der Oase nicht verschlossen war, und die Mamba auf Nahrungssuche in die Oase rannte. Die Panther haben sie aufgenommen, und versuchten sie zu zähmen, und folgten ihr natürlich in die Oase, um schlimmeres zu verhindern. Jedoch wurden sie sehr schnell entdeckt, und das Unheil nahm den bekannten lauf.

Die Mädchen legten einen etwas lächerlichen und notdürftigen Verband um Zeus verwundeten Oberschenkel, aus dem eine etwa 5cm grosse Bisswunde klaffte. Ihnen schien das Verhalten dieser Mamba unangenehm zu sein, vielleicht einfach nur deswegen, weil sie wussten: Sollte es bekannt werden, wem sie da Obdach gewähren, würde der ganze Stamm massiv in Gefahr sein. Diese Mamba wurde anscheinend bereits in der Region gesucht, bisher waren es nur einzelne Geschichten, aber nun sah Zeus es mit eigenen Augen.

Nach kurzer Zeit tauchte eine andere Frau auf, auch eine Wilde. Aber sie gehörte nicht zu dem Stamm. Zeus traf sie Tage vorher schon kurz am Handelsposten. Ein recht interessantes Mädchen, welches viele Namen trug: Sandra, Sonja, Sabine... sie wechselte alle paar Minuten ihren Namen. Dieses Mädchen wollte für ihren Stamm handeln, Waren und Materialien beschaffen. Zeus wurde eines der Handelsobjekte.

Wie die Priesterkönige es wollten, wurde Zeus kurze Zeit später von diesem Mädchen den Bakah angeboten, welche nach kurzen Zögern auch einige Medikamente im Gegenzug boten. Die junge Panther stellte sich geschickt an, und drückte Zeus immer wieder ihren Speer in den Rücken, damit er sich nicht umdrehte und vielleicht einen Angriff starten konnte. In dem Moment wo der Handel so gut wie abgeschlossen war tauchte Sylvie mit einer Panther in Zeus Rücken auf. Auch sie wurde freigelassen, es muss irgendein Geschäft gegeben haben. Sylvie kennt viele dieser Panther aus ihrer Zeit, als sie einsam in einem Zelt auf einer kleinen Ruine wohnte.

Im Bakah Camp angekommen, lies Zeus den Biss dieses Monsters behandeln. Es würde nur eine kleine Narbe zurückbleiben, und man versicherte ihm, er hätte Glück gehabt. Völlig entnervt von den Vorkommnissen setzte er sich anschliessend zu den anderen Bakah ans Feuer, und der Paga floss wie an so manch anderem Abend wie in Strömen.

Einen Tarn hatte er letzte Nacht erstanden, mit dem er nach Saphronicus zurückkehren wollte. Nun wurde ihm sein Geld gestohlen, von diesem rothaarigen Biest. Angeregt und nicht bei vollem Verstand vom Alkohol des Pagas fasste er einen Tollkühnen, wenn auch etwas irrwitzigen und wahnsinnigen Plan: Er brauchte etwas von Wert, was er notfalls auf der langen Reise in den Norden wieder zu Geld machen kann. Er erinnerte sich, wie er vor ettlichen Jahren als junger Tarnreiter, mit seinem Tarn nach Rarir fliegen sollte, um dort - wie es Brauch ist - ein Mädchen zu entführen, und sich diese zu unterwerfen. Könnte er soetwas nochmal schaffen?

Mit leisen Flügelschlägen, fast schwebend, gleitete sein Tarn durch den Nachthimmel über Oase der Vier Palmen. Das Tier war geschwächt durch die Entbehrungen, die ein Aufenthalt für Tarns in dieser Region nunmal zwangsläufig mit sich führt. Lange überleben diese Tiere selten bei diesem Klima. Zeus beobachtete das emsige Treiben unten auf dem Marktplatz der Oase. Viele Sklavinnen waren zu sehen, die zwischen den Freien hin und her huschten. Ein paar Leute standen vor der Taverne, angetrunken, so wie Zeus selbst. Er fühlte sich angespannt, ungewohnt nervös, und versuchte das Gefühl mit dem Pagakrug, den er bei sich führte, loszuwerden. In einem moment eines Anflugs von totaler Gleichgültigkeit und Wahnsinn setzte er mit seinem Tarn nicht weit von der Taverne zur Landung an. Viel Platz war nicht, aber wer rechnet denn auch damit das jemand versucht sein Tier dort zu landen?

***Copyright: Zeus Edelman**

Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 5

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Zeus Edelman genutzt und veröffentlicht.

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Zeus – Geschichte eines Kriegers – Teil 5

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Zeus streckte sich. Durch ein kleines Fenster lugten die ersten Sonnenstrahlen eines neuen Morgens. Langsam kletterte er aus seinen Fellen, schaute vor das etwas unbequeme, rustikale Bett - welches nur aus ein paar Brettern und alten Fellen bestand. Vor dem Bett liegt ein blondes, zierliches Mädchen, am Fussgelenkt angekettet. Zeus gähnte, warf sich seine Tunika über, und stieg die Leiter hinunter.

Sein Heimstein leuchtete im Licht eines kleines Feuers. Ein paar Ecken vom Stein sind mittlerweile beschädigt, von den vielen Strapazen welche sein Heimstein bereits überstehen musste.

Einst stand dieser Stein in der Tahari, in der Oase der Zwei Scimitar. "Tahari..." murmelte Zeus leise, und kratzte sich an den Kopf.

Erinnerungen wurden wach. Erinnerungen an das Mädchen, welches er einst Nachts volltrunken mit einem völlig abgemagerten und dem Tode nahestehenden Tarn aus der Oase der Vier Palmen entführt hatte. Das es die Cousine vom Emir der Oase war hatte er zu dem Zeitpunkt nicht gewusst. Nur den eindeutigen Regularien der goreanischen Gesellschaft hatte er es zu verdanken, für diese Tat nicht gejagt und getötet zu werden. Sie hatte sich ihm unterworfen.

Zeus, seufzt einmal laut, schaut dann vom Heimstein zu seinen Vorräten. Einige Fässer standen in der Ecke herum, unter anderem ein Fass mit etwas Paga drinn. Paga. Zeus wirkt verärgert, knurrt zu sich selbst "Dieses Zeug bringt mich immer wieder in Schwierigkeiten"

Einst hatte man Zeus mit dem Wiederaufbau der Oase der Zwei Scimitar beauftragt. Der Stamm der Bakah hat ihn - aus alter Verbundenheit und Vertrauen - zum Sheik der Oase ernannt. Zeus genoss die neue Position. Der Sheik einer Oase ist in etwa zu vergleichen mit einem Administrator in den mittleren Regionen Gors. Aber er fühlte sich stark, und aufgrund des recht unsicheren Status der Oase eher wie ein Ubar denn eines Administrators. Der Paga sollte auch hier wiedermal eine entscheidende Rolle spielen. Eines Nachts, sein alter Tarn litt wie jeden Tag unter Hitze und Trockenheit der Wüste, sass er abermals an seinem Schreibtisch in dem Ratshaus der Oase. Er trank. Er trank viel. Trotzdem wollte er unbedingt noch etwas fliegen. So stieg er auf seinen Tarn, und flog Richtung Dschungel, der immer wieder die Region der Tahari zwischen den Oasen durchquert.

Es kam wie es kommen musste. Zeus verlor die Kontrolle über das Tier, welches den Moment der Schwäche sofort bemerkte, und sich gegen seinen Reiter wendete. Im Nachhinein konnte er von Glück reden, dass er vom Tier in einen kleinen Fluss gestürzt ist. An das, was unmittelbar darauf folgte, erinnert Zeus sich nur noch lückenhaft.

Zeus erwachte nach etwa einer Hand in einer Höhle. Bei ihm war seine Sklavin, die er vor kurzem als freie Frau entführt und sich ihm unterworfen hatte. Sie hatte ihn - wie sie nachher erzählte - gesucht, und an einem Ufer vom Fluss gefunden. Mit Mühe brachte sie ihn in eine Höhle, oberhalb des Dschungels, und pflegte ihn gesund. Viel Zeit verging, bis Zeus wieder voll bei Kräften war. Immer wieder traf er auf Taluna, welche durch den Dschungel streunten, und so wie er auf der Jagd nach Nahrung waren. Ein paar wenige Weggefährten von früheren Zeiten begegneten ihm. Doch hielt er es für besser, wenn alle dachten er wäre tot. Er, der Sheik der Oase der Zwei Scimitar, wollte nicht, dass der Heimstein der Oase durch seinen leichtfertigen Umgang mit dem Paga, seinen Launen, noch weiter beschmutzt wird.

Lange grübelte er über sein Schicksal nach, über all die Dinge, welche in den letzten Monaten passiert sind. Zeus, einst stolzer Krieger und Tarnreiter aus Port Kar, der durch einen Zufall in die Wüste gekommen ist, war ein alter, verwirrter und schwacher Mann geworden.

Eines Nachts, er hatte sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, lies er seine Sklavin frei, nahm ein Bündel mit seinen Habseeligkeiten - unter anderem seinen Heimstein - und verlies die Höhle im Dunkel der Nacht.


Sein Blick suchte wieder nach seinem Heimstein, der in einer kleinen Vitrine lag. Er schaute sich um. Ein Haus, aus Stein gebaut, massiv, und noch nicht alt. Es war nach einem Erdbeben neu gebaut worden.

Zeus öffnete die Tür, ging vor das Haus. Er schaute sich um. Irgendwo in der Ferne kreischten ein paar Tiere herum. Hörte sich eindeutig nach Vulos an. Ein Bosk schien ebenfalls von der Morgensonne geweckt zu sein. Ein verschlafener Ort. Keine Stadtmauern. Ein Handelsort. Reich an Waren, schon bald würden die Händler wach werden, und dort wieder eifrig ihre Marktstände aufbauen.

Er schloss seine Augen, atmete tief durch, spürte den Wind und den Geschmack der Luft, der Thassa war nicht weit. Lange hatte er diesen Duft nicht mehr wahrgenommen.

Erneut erinnerte er sich an die Geschehnisse.

Mit seinem Bündel und seinem Heimstein, machte er sich auf den Weg zu seinem Geburtsort. Die Reise in Richtung Norden war nicht einfach. Bis zu 60 Pasang an einem Tag kann ein Krieger im Fussmarsch zurücklegen. Allerdings ist Zeus nicht mehr austrainiert, er war dick geworden, müde, er hatte sich gehen lassen. Er nutzte die Zeit der Reise, um wieder mit seinem täglichen Training anzufangen. Mit ein paar Gelegenheitsarbeiten verschaffte er sich den nötigen Proviant und Reisemöglichkeiten.

Port Kar, seine Geburtsstadt, lag nach der langen Reise endlich vor ihm. Doch was er vorfand war ihm fremd geworden. Er hielt es dort nicht lange aus. Ein paar Nächte in den Tavernen, wo er die eine oder andere Freundschaft zu einigen Kriegern schloss, und er verliess den Ort wieder.


Zeus öffnete die Augen, schaute auf den Brunnen am Marktplatz. Mit der Seilwinde holte er einen Eimer mit Wasser hoch, erfrischte sich. Er spannte seine Muskeln an, und fühlte wie er wieder zu alter Stärke gefunden hatte. Er war nun Krieger von diesem Handelsort.


Es ist noch noch nicht lange her, dass er die Wüste verlies. Nachdem er in Port Kar ebenso wenig glücklich wurde, zog es ihn dann doch wieder für einen Moment in die ihm bekannte Gegend, der Tahari. Auf seinem Fussmarsch entdeckte er eine Ruine. Wie sich im Nachinein herausstellte waren es die Ruinen der Oase der Silbersteine, auch Stones of Silver genannt. Es schien dort niemand zu sein, und ein Sandsturm zog auf, welcher die weitere Reise unmöglich machte. Also suchte er sich ein verlassenes Gebäude, und richtete sich ein. Einige Tage vergingen, immer wieder ging er in den angrenzenden Dschungel, und auch ab und zu zum nahe gelegenen Handelsposten. Nahrung, Salz und Wasser - jeden Tag galt es diese Dinge erneut zu beschaffen. Taluna machten Zeus das Leben nicht einfacher, doch es gelang ihm fast jedesmal die wilden, verhassten Mädchen zu verscheuchen.


Erfrischt vom Wasser ging Zeus zurück in sein Haus. Ein scharlach rotes Banner, aus etwas durchlöchertem Stoff, hing an seinem Haus. Die Farben eines Kriegers. Jeder sollte wissen, wer in diesem Haus wohnt. Er war wieder stolz auf seine Kastenzugehörigkeit. Er ging die Leiter hinauf, und sah das seine blonde Sklavin noch immer vor dem Bett schlief. Er nannte sie Su, er hatte sie aus der Wüste mitgebracht. Sie gehörte einem etwas sonderbaren Fischer, der sie ihm für ein paar lausige Lebensmittel überlassen hatte. Sie war nicht wirklich ausgebildet, doch erwies sich als recht intelligent, und Zeus schätzte damals die vielen Unterhaltungen in der Einsamkeit der Ruinen.

Die Ruinen. Zeus erinnerte sich erneut. Nach und nach gesellten sich mehr Bewohner in die Ruine der Oase der Silbersteine. Hier und da gab es ein paar Arbeitsangebote, doch so richtig konnte Zeus sich nicht damit anfreunden. Es verging kein Tag, an dem es nicht irgendein Zwischenfall in der Region gab. Diese Taluna sind eine Plage. Es wurde gefährlich in der Ruine, selbst für einen Krieger. Hilfe gegen die Horden der Sleenmädchen gab es nicht. Er beschloss den Ort wieder zu verlassen. An Bord eines Schiffes zog es Zeus wieder an den Thassa, seine Sklavin, seinen Heimstein und ein paar letzte Habseeligkeiten im Gepäck.


Zeus seufzte, als er seine Sklavin Su vor dem Bett sah. Viel hatte sie von der Ortschaft noch nicht gesehen. Die Reise hatte sie krank werden lassen. In der Wüste gab es eh nicht viel zu essen, geschwächt war sie bei Reisebeginn, so war es für sie wohl etwas zuviel.

"Die wird schon wieder", murmelte er zu sich selbst. Zeus griff sein Schwert, und verlies das Haus. Er ging über den Marktplatz, hinter die Taverne. Dort war ein kleiner See, an dem er immer mehrere male am Tag trainiert und schwimmt.

In diesem Ort gibt es kaum Taluna oder Panther. Wenn, dann kommen sie zum Handeln. Aber es wird viel Wert darauf gelegt das sie nicht störend in den Alltag eingreifen. Auch dies sicherzustellen ist nun Zeus Aufgabe. Denn er ist wieder ein starker Krieger geworden, hat die Vergangenheit hinter sich gelassen.



***Copyright: Zeus Edelman**

Kaja - Jägerin

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Kaja Anatra genutzt und veröffentlicht.

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Kaja – Jägerin

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Nebelschwaden hängen noch in den Baumwipfeln, das Gras ist noch feucht, und Tautropfen reihen sich wie Perlen an den Blättern der Bäume. Es ist noch früh am Morgen, als ich aus den Fellen krabbelte, mich so richtig streckte und eine tiefen Lungenzug dieser intensiv frischen Waldluft einatmete. Mein erster Weg führt mich zu einem kleinen Bächlein, der in unserem Lager munter vor sich hin plätschert, dort kann ich mich etwas Waschen und frisch machen, manchmal haben wir sogar ein kleines Stückchen Seife das wir mal eingetauscht haben. Anschließend zieh ich mir mein knappes Fellstückchen und primitive Ledersandalen an. Das Frühstück besteht aus Beeren und Früchten die uns der Wald so hergibt, und einer Schale frischen Wassers. Es ist ein bescheidenes Leben als Panther, aber ich genieße diese Freiheit.

Danach beginne ich die Arbeiten die man mir zugeteilt hatte zu erledigen, jede Panther hier im Camp hat so ihre Aufgaben, und jede ist auch bereit alle anfallenden Arbeiten zu erledigen, anders geht es nun mal nicht, wir leisten uns zwar den Luxus eine Kajira zu halten, die uns einmal zugelaufen ist, dennoch können wir hier im Wald nur überleben, wenn wir alle zusammen halten, und uns gemeinsam gegenseitig unterstützen.
Verena, unsere SE, stellvertretende Anführerin, ist für die Aufgabenverteilung zuständig. Zu meiner Aufgabe heute gehört es Harz aus den Baumrinden und Hanfgras zu sammeln, wir brauchen es um Spitzen an den Pfeilen und Speeren zu befestigen. Speer und Bogen sind unsere wichtigsten Jagdwaffen, zusätzlich stellen wir auch noch Fallen im Wald auf.

Unser Überleben hier im Dschungel hängt von drei wesentlichen Elementen ab, als wichtigstes wäre hier mal die Jagd zu nennen, Wild versorgt uns mit allem was wir zum Überleben brauchen, Fleisch das uns ernährt, Fälle die uns Wärmen, aus den Knochen machen wir Werkzeuge und Waffen, aus den Knochenfetten kochen wir uns Seife, naja, die Herstellung von Seife ist allerdings schon recht umständlich, wenn es geht versuchen wir sie irgendwie im Tauschhandel zu bekommen. Der Tauschhandel ist dabei ein weiterer wichtiger Punkt, der unser überleben sichert. All das was wir gar nicht oder nur schwer herstellen können, versuchen wir einzutauschen. Unsere Felle sind zum Beispiel in den Städten sehr begehrt, Fleisch das wir zufiel haben lässt sich ebenfalls gut handeln, aber am besten gehen Dinge die wir Sammeln. Dinge, die „normale“ Stadtmenschen selber kaum bekommen können, weil sie sich zum einen gar nicht erst in die Wälder trauen, bergen diese doch eine Menge Gefahren, oder weil sie nicht Wissen wo sie mit dem Suchen anfangen sollten. Beispielsweise seltene Kräuter zum heilen oder würzen, Schmucksteine oder manchmal auch Edelsteine, Pilze die nicht überall wachsen, oder aber auch einfach nur Beeren,Früchte und Honig. Sammeln ist der dritte wichtige Punkt der uns am Leben erhält, nicht nur weil wir damit tauschen können, sondern weil uns die gesammelten Früchte, Pilze und Beeren auch in den Zeiten das Überleben sichern in denen sich das Wild eher rar macht, außerdem ist nicht jede Jagd immer erfolgreich. Aus diesem Grund gehen wir auch schon mal Fischen, allerdings sind gute Fischgründe hier im Dschungel doch eher selten zu finden.

Eines unserer wichtigsten Jagdbeuten ist das Tabuk, diese scheue Antilopenart ist nur schwer zu finden, lässt sich aber mit dem Bogen recht einfach erlegen. Ihre Felle lassen sich am einfachsten verarbeiten, das Fleisch ist sehr mager und schmeckt auch am besten. Ein Tarsk ist zwar leichter zu finden, aber schwieriger zu erlegen, mit dem Bogen kommt man da nicht weit, die Speckschwarte dieser Wildschweinart ist einfach zu dick. Das Tarsk muss schon mit dem Speer erlegt werden, was heißt, man muss sehr nah ran, dabei besteht dann aber immer die große Gefahr von eine der mächtigen Hauer schwer verletzt zu werden. Nicht selten wurde dabei auch schon mal eine Jägerin getötet. Aus diesem Grund versuchen wir Tarsk erstmal mit einer Falle zu fangen, um es dann mehr oder weniger gefahrlos zu erlegen. Das Fleisch der Tarsk ist nicht wirklich lecker, aber es hat eine hohen Salzgehalt und bietet uns Fett, was wir ebenso dringend brauchen. Die Felle sind auch nicht wirklich gut zu gebrauchen, zumindest nicht für Kleidung, viel zu Dick und schlecht zu verarbeiten. Wir benutzen sie um unsere Felllager auszustatten, den sie halten wunderbar warm. Das Leder eignet sich gut für Sandalen und Stiefelänliche Schuhe. Die Knochen des Tarsk sind sehr stabil und eignen sich wunderbar für Werkzeuge und Waffen, Pfeilspitzen und Messer zum Beispiel. Wobei wir auch hier versuchen Pfeilspitzen und Messer lieber einzutauschen, von einem Waffenschmied hergestellte geschmiedete Pfeilspitze oder ein Messer sind wesentlich stabiler und dabei viel leichter als das was wir mit unseren primitiven Mitteln selbst herstellen können. Allerdings können wir mit einem Waffenschmied nicht direkt verhandeln, beziehungsweise nur in einigen Ausnahmefällen. Zu groß wäre die Gefahr ein Collar umgelegt zu bekommen, andererseits sind Waffenschmiede sehr an unseren Fellen und Fleisch interessiert, weswegen sie Handel mit uns betreiben, nur schicken sie meist ihre Kajirae um mit uns zu handeln, wie die meisten Männer. Als Handelspartner kommen zumeist eh nur freie Frauen oder Kajirae bzw. Kajirii zu uns, freie Männer trauen sich nur sehr wenige in unsere Nähe, gehören sie doch auch zu unserer Jagdbeute.
Ab und an verirrt sich schon mal ein freier in unserem Revier, wenn wir ihn gefahrlos gefangen nehmen können, hat er kaum noch eine Chance lebend wieder frei zu kommen. So mancher unterwirft sich uns, und darf uns als Sklave dienen, wobei er dann die schwersten Arbeiten zu erledigen hat, wie Bäume fällen, Steine schleppen oder beim Lagerbau helfen. Wenn uns einer besonders gut gefällt, muss er auch in den Fellen dienen, oder wir nehmen ihn zu einem unserer Feuertänze mit, was seine Überlebenschancen dramatisch reduziert. **grins** Sklaven und Sklavinnen halten wir uns ausnahmslos nur solange wie sie uns von nutzen sind und solange wie wir sie ernähren können. Meist versuchen wir sie gut und teuer weiter zu verkaufen bzw. ein zu tauschen, gelingt uns das nicht, dürfen sie uns ein letztes mal bei der Jagd helfen um gefährliche Raubtiere von uns fern zu halten, in unserm Revier treibt sich beispielsweise ein gefährlicher Larl rum der einigen meiner Schwestern schon zum Verhängnis geworden ist. Es steht wohl außer frage, das ein Sklave so eine Jagd nicht überleben kann, falls doch mal, so schenken wir ihm die Freiheit zurück.

Ich lebe hier nun schon mehr als sechs Wochen und bin immer noch nicht so richtig integriert, einige meiner Schwestern akzeptieren mich zwar als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft, wie zum Beispiel Verena, die mir das Collar abgenommen hat und mich hier ins Lager gebracht hat, andere wiederum, wie Bina, unsere EN also unsere Anführerin, treten mir mit großem Misstrauen entgegen. Panther brauchen sehr lange bis sie mal vertrauen zu jemanden gefunden haben, besonders wenn es sich um „neue“ Schwestern handelt. Vor Bina habe ich sehr großen Respekt, sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, eine verdammt gute und erfahrene Jägerin, Sie handelt in allem was sie macht sehr besonnen und wohl überlegt. Aus diesem Grund wurde sie auch zur Anführerin des Stammes gewählt.
Sie teilt mit mir allerdings auch die Vorliebe für Paga. Paga ist für uns ein seltenes Genussmittel, das wir gelegentlich im Tauschhandel bekommen. Ich spüre jedes mal ihre Blicke, wenn ich mir mehr als einen Becher Paga einschenke, wenn Blicke töten könnten, könnte sie damit eine ganze Larlherde ausradieren. Sie hat mich aber auch nie wirklich davon abgehalten mir einen zweiten Becher nach zu füllen. Aber trauen tut sie mir dennoch nicht, sobald ich eine Waffe oder Werkzeug in der Hand halte, lässt sie mich keine Sekunde mehr aus den Augen.

Bei Verena und einigen anderen Schwestern ist das schon anderes geworden, sie zeigen mir wie man Werkzeug und Waffen herstellt, lehren mich die Kunst des Spuren lesens und gehen mit mir zusammen auf die Jagd. Einmal hat mir Verena sogar mal das Leben gerettet, wir waren früh Morgens zur Jagd aufgebrochen um ein Tabuk zu erlegen. Wir hatten gerade die Spur eines Tabuks entdeckt, als Verenas Gesichtsausdruck sich versteinerte. Ich fragte sie „ was ist los?“ sie deutete mit der Hand auf eine weitere Spur hin, die sie grade eben entdeckt hatte, eine weitere, viel größere, Prankenähnliche Spur die sich neben der Tabukspur befand. Ich kannte diese Spur noch nicht, und fragte flüsternd leise „ was ist das für eine Spur? „ sie meinte in einem beunruhigenden ernsten Tonfall „ das Tabuk wird bereits gejagt“ ich schaute sie nur fragend an, da hob sich ihr Blick, ihre Augen verengten sich, ihre Mine wurde hart und ernst und sie flüsterte mir in einem ruhigen aber sehr bestimmenden Ton zu „ lauf !....... lauf Kaja ! lauf so schnell du kannst! “ verdudst blickte ich in die Richtung in der sie schaute, konnte aber auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches erkennen, auf einmal sah ich es, ein riesiger Larl kam geradewegs auf uns zu. Star vor Angst und Schreck konnte ich mich nicht mehr bewegen, hatte ich doch noch nie zuvor einen Larl gesehn. Bevor es mir so richtig Bewusst wurde in was für einer Gefahr wir uns gerade befanden, packte mich Verena mit festem Griff am Arm und zehrte mich regelrecht hinter sich her. Ich war immer geneigt, während der Flucht, mich um zuschauen, dabei bin ich über eine Wurzel gestolpert und hingefallen, Verena zögerte keine Sekunde, drehte sich um packte mich wieder am Arm, und schrie mich an „ nicht umdrehn Kaja ! Lauf! „ und zehrte mich wieder hinter sich her. Wir liefen so schnell es ging, immer den Atem des Raubtiers im Nacken, dabei verlor ich total die Orientierung, vertraute voll auf Verena. Nach einer gefühlten Ewigkeit dieser Hetzjagd, wobei wir diesmal die Jagdbeute waren, standen wir an einem Abgrund, unter uns, so in etwa 20 Meter tiefe, ein reisender Fluss hinter uns der Larl. Verena packte mich fest an beiden Armen, sah mir tief mit ernster Mine in die Augen, und befahl „ spring! „ . Wir stürzten uns dann gemeinsam in die Tiefe, und das Buchstäblich in letzter Sekunde. Der Larl hätte uns fast gehabt. Wäre Verena nicht gewesen, wäre ich jetzt nicht mehr am Leben.

Der Schrecken diese Erlebnisses sitzt mir noch heute in den Knochen. Wieder zurück im Lager musste Verena unsere EN Bina erklären warum wir völlig durchnässt und ohne Jagdbeute zurückgekommen sind. Bina sagte zwar nix, guckte mich aber strafend dabei an, da sie mir immer noch nicht über den Weg traute, gab sie mir wohl die Schuld. Das sollte sich in den nächsten Tagen auch in meiner Arbeit, die mir diesmal von Bina direkt zugeteilt wurde, zeigen. Ich musste bei der Herstellung von Leder und Fellen mithelfen, eine zwar für uns sehr wichtige aber auch sehr anstrengende und eklige Arbeit.
Dem Wild muss als erstes mal das Fell abgezogen werden, was schon nicht ganz einfach ist, denn wenn das Fell beim Abziehen mit dem Messer beschädigt wird, hat es zum Tauschen schon fast keinen Wert mehr, und zur Herstellung von Kleidung nützt es dann auch kaum noch was. Ist das Fell dann endlich mal ab, muss es gut eingeweicht und gewaschen werden, damit man anschließend die Fleischreste von der Innenseite entfernen kann. Dabei wird das Fell über eine Holzbock gelegt, und die Fleischreste mit einem scharf geschliffenen Steinkeil abgeschabt. Auch das ist eine überaus anstrengende Arbeit, bei der man höllisch aufpassen muss um das Fell nicht zu beschädigen, wenn ich beim schaben nur einmal unglücklich abrutsche, wäre die Jagd, zumindest was das Fell angeht, umsonst gewesen, und ich hätte mir Riesen Ärger eingehandelt, nicht nur mit der EN, sonder auch mit der Jägerin die das Wild erlegt hatte.
Nachdem das Fell abgezogen und „entfleischt“ wurde, werden die Felle noch einmal gewaschen, um sie dann für einige Monate mit Gerbstoffen gefühlten und im Boden eingebudelten Fässern einzuweichen. Dabei müssen die Felle immer wieder umgeschichtet werden, also von einem Fass in ein anderes, da sich die Felle während des einweichens voll saugen und somit sehr schwer werden, und die Gerbstoffe extrem übel riechend sind, ist es eine schweißtreibende und auch eklige Arbeit. Obwohl diese Arbeit wichtig für uns ist, drängelt sich niemand freiwillig vor, wenn es um die Aufgabenverteilung geht.

So vergingen einige Wochen, bis eines Tages Bina und Verena unerwartet während meiner Arbeit zu mir kamen. Verena sagte, „ mach mal kurz pause Kaja“ dabei lächelte sie sanftmütig, und selbst Bina hatte einen äußerst freundlichen Gesichtsausdruck. Ich legte meine Arbeit bei Seite, und die beiden gingen auf mich zu, Verena griff hinter sich, zog einen Bogen hervor, und überreichte ihn mir mit den Worten „mögen die Pristerkönige Dich und Deinen Bogen auf all Deinen Wegen beschützen“ ich konnte es kaum glauben, mein eigener Bogen, ich war so stolz das mir schlicht die Worte fehlten. Aber es sollte noch besser kommen, Bina, die mich die ganze Zeit über immer nur Misstrauisch im Auge behielt, zog hinter ihrem Rücken einen Köcher hervor, bestückt mit zwölf Pfeilen. Mit einem lächeln auf den Lippen überreichte sie mir diesen Köcher mit den Worten „ Ein Bogen ist nur so gut wie die Jägerin die ihn trägt, diese Pfeile sollen Dir helfen Deine Geschicklichkeit im Umgang mit dem Bogen zu verbessern, ich habe sie eigenhändig für Dich angefertigt. „ Ich war fassungslos vor Rührung, ich schluchzte nur und die Tränen standen mir in den Augen. Bina schien mich nun voll zu akzeptieren, sie reichte mir noch ihre Feldflasche, und meinte mit einem verschmitztem Lächeln „nimm einen Schluck, Kaja“ Es wunderte mich nicht im geringsten, das ihre Feldflasche mit Paga gefühlt war.
Wie ich nun auch bemerkte, hatte sich zu dieser Übergabe der gesamte Stamm versammelt, alle waren sie da, auch diejenigen die mir bislang immer noch mit Misstrauen entgegneten. Sie hielten sich allerdings alle im Hintergrund. Bina meinte dann aber, in einem freundlichen Ton„ mach jetzt Deine Arbeit weiter „ . Diesmal klang es nicht mehr wie ein Befehl, sondern mehr wie eine Bitte.
Ich nickte, legte meinen neuen, ....-meinen ersten eigenen-... Bogen zur Seite, allerdings so das ich ihn während meiner Arbeit immer wieder betrachten konnte, was war ich stolz, endlich hatte ich das Gefühl so richtig zum Stamm zu gehören.

Am späten Nachmittag kamen dann noch Uschi, unsere Schamanin und Lexa, die den Titel „first Boa“ inne hat, auf mich zu, Uschi meinte nur „ es ist jetzt genug mit der Arbeit, „ und Lexa sagte „ komm mit Kaja“ wohin wusst ich nicht, aber ich folgte ihnen, natürlich nicht ohne meinen Bogen und die Pfeile mit zu nehmen.
Wir verließen das Lager und sie führten mich zu einer mir noch gänzlich unbekannten Stelle die nur schwer zugänglich ist, und sehr gut versteckt liegt. Eine kleine Lichtung auf einem hochgelegenen Hügel, auf der einen Seite ein Felsen mit Wasserfall, gegenüber die Felswand die unser Lager nach außen hin abgrenzte und mitten drin in dieser Lichtung eine große Feuerstelle. Die anderen von unserem Stamm waren auch schon alle hier. In einer fast schon feierlichen anmutenden Aufstellung versammelte sich der ganze Stamm um den Feuerkreis, Uschi, Lexa, Bina und Verena bauten sich vor mir auf, starten mich eine kurze weile an, dann kam Uschi auf mich zu, dicht gefolgt von Bina, die ihr einen Armreif mit Feder dran zureichte, Uschi sah mich darauf hin mit strahlenden Augen an, und befestige den Armreif an meinem rechten Oberarm mit den Worten „halte dieses, unser Stammeszeichen, immer in ehren, Kaja“ ....-ich war sprachlos, tränen kullerten über meine Wangen, und ich schluchzte nur noch, seit fast zwei Monaten bin ich nun schon hier, und jetzt gehör ich nun endlich so richtig dazu.

Eine Jägerin griff sich eine Trommel, und fing an rhythmisch drauf los zu trommeln, eine zweite fing ebenfalls an die Trommeln zu schlagen, wir legten unsere Waffen nieder, setzten uns um den Feuerkreis lauschten dem Rhythmus der Trommeln, und tranken Paga aus unseren Feldflaschen,...-...komisch? alle hatten ihre Feldflaschen mit Paga gefüllt, nur ich.....ähm....ich hatte Paga drinnen. **grins**
Dem Rhythmus der Klänge konnte man sich auf Dauer nicht entziehen, mein Herzschlag schien sich dem Rhythmus der Trommeln anzugleichen, mein Blut kam immer mehr in Wallung, mir wurde langsam aber sicher sehr heiß, meinen Schwestern schien es nicht anders zu gehen, eine nach der anderen legten mit der Zeit ihre Felle ab. Gleich mehrere standen auf einmal auf und fingen an, sich im Klang der Trommeln zu bewegen, es dauerte nicht lange und wir fingen alle, in einer immer wilder und leidenschaftlicher werdenden Ekstase um das Feuer zu tanzen an. Die Trommeln schlugen die ganze Nacht hindurch, und wir tanzten uns so derart in Rage, das wir alles um uns herum zu vergessen schienen, wir befreiten uns von all unseren Zwängen und unterdrückten Gefühlen und lebten unser Lust und Leidenschaft im Tanz ganz und gar aus. Erst in den frühen Morgenstunden war es vorbei, und wir legten uns um die Feuerstelle zum schlafen hin. Aber nur für ein paar Stunden, ein plötzlicher Regenguss überraschte uns, und wir zogen dann doch lieber wieder in unser Lager zurück.

In den nächsten Wochen gingen wir wieder unserem gewohnten Alltag nach. Jagen, Sammeln, Tauschen und Felle gerben. Mit meinem Bogen kam ich mittlerweile auch ganz gut zu recht, durch die Ratschläge und Tricks von Verena und auch Bina mauserte ich mich zu einer recht erfolgreichen Jägerin. Besonders freute mich aber, das ich mich inzwischen äußerst gut mit Bina verstand, und das Verhältnis zu den anderen in meiner Triebe hat sich auch wesentlich verbessert, ....Ich bin jetzt eine echte Jägerin, ich kämpfe, jage und lebe für meinen Stamm und darauf bin ich mächtig stolz.

Es war ein wunderbares Leben hier im Dschungel, bis zu jenem Tag, an dem unsere Späherin mit einer schrecklichen Nachricht von ihrer Erkundungstour zurück kam. Eine Nachricht, die uns allen mal wieder vor Augen führte, welch grausame Gefahren im Dschungel so alles auf uns lauern können. Unsere EN, Bina tapte in einem unvorsichtigen Augenblick in die Falle eines Sklavenhändlers. Als ich das hörte, blieb mir das Herz stehn, fassungslos ringte ich nach Luft, konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten, und brach heulend zusammen. Bina war für mich nicht einfach nur die EN, sondern sie wurde in den letzten Wochen auch zu einer meiner besten Freundinnen, .... und jetzt? Ich hatte das Gefühl als würde man mir das Herz bei lebendigen Leibe raus reißen.......


***Copyright: Kaya Anatra***