Donnerstag, 4. September 2008

Kaja - Jägerin

Dieser Beitrag wird mit freundlicher Genehmigung von Kaja Anatra genutzt und veröffentlicht.

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Kaja – Jägerin

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Nebelschwaden hängen noch in den Baumwipfeln, das Gras ist noch feucht, und Tautropfen reihen sich wie Perlen an den Blättern der Bäume. Es ist noch früh am Morgen, als ich aus den Fellen krabbelte, mich so richtig streckte und eine tiefen Lungenzug dieser intensiv frischen Waldluft einatmete. Mein erster Weg führt mich zu einem kleinen Bächlein, der in unserem Lager munter vor sich hin plätschert, dort kann ich mich etwas Waschen und frisch machen, manchmal haben wir sogar ein kleines Stückchen Seife das wir mal eingetauscht haben. Anschließend zieh ich mir mein knappes Fellstückchen und primitive Ledersandalen an. Das Frühstück besteht aus Beeren und Früchten die uns der Wald so hergibt, und einer Schale frischen Wassers. Es ist ein bescheidenes Leben als Panther, aber ich genieße diese Freiheit.

Danach beginne ich die Arbeiten die man mir zugeteilt hatte zu erledigen, jede Panther hier im Camp hat so ihre Aufgaben, und jede ist auch bereit alle anfallenden Arbeiten zu erledigen, anders geht es nun mal nicht, wir leisten uns zwar den Luxus eine Kajira zu halten, die uns einmal zugelaufen ist, dennoch können wir hier im Wald nur überleben, wenn wir alle zusammen halten, und uns gemeinsam gegenseitig unterstützen.
Verena, unsere SE, stellvertretende Anführerin, ist für die Aufgabenverteilung zuständig. Zu meiner Aufgabe heute gehört es Harz aus den Baumrinden und Hanfgras zu sammeln, wir brauchen es um Spitzen an den Pfeilen und Speeren zu befestigen. Speer und Bogen sind unsere wichtigsten Jagdwaffen, zusätzlich stellen wir auch noch Fallen im Wald auf.

Unser Überleben hier im Dschungel hängt von drei wesentlichen Elementen ab, als wichtigstes wäre hier mal die Jagd zu nennen, Wild versorgt uns mit allem was wir zum Überleben brauchen, Fleisch das uns ernährt, Fälle die uns Wärmen, aus den Knochen machen wir Werkzeuge und Waffen, aus den Knochenfetten kochen wir uns Seife, naja, die Herstellung von Seife ist allerdings schon recht umständlich, wenn es geht versuchen wir sie irgendwie im Tauschhandel zu bekommen. Der Tauschhandel ist dabei ein weiterer wichtiger Punkt, der unser überleben sichert. All das was wir gar nicht oder nur schwer herstellen können, versuchen wir einzutauschen. Unsere Felle sind zum Beispiel in den Städten sehr begehrt, Fleisch das wir zufiel haben lässt sich ebenfalls gut handeln, aber am besten gehen Dinge die wir Sammeln. Dinge, die „normale“ Stadtmenschen selber kaum bekommen können, weil sie sich zum einen gar nicht erst in die Wälder trauen, bergen diese doch eine Menge Gefahren, oder weil sie nicht Wissen wo sie mit dem Suchen anfangen sollten. Beispielsweise seltene Kräuter zum heilen oder würzen, Schmucksteine oder manchmal auch Edelsteine, Pilze die nicht überall wachsen, oder aber auch einfach nur Beeren,Früchte und Honig. Sammeln ist der dritte wichtige Punkt der uns am Leben erhält, nicht nur weil wir damit tauschen können, sondern weil uns die gesammelten Früchte, Pilze und Beeren auch in den Zeiten das Überleben sichern in denen sich das Wild eher rar macht, außerdem ist nicht jede Jagd immer erfolgreich. Aus diesem Grund gehen wir auch schon mal Fischen, allerdings sind gute Fischgründe hier im Dschungel doch eher selten zu finden.

Eines unserer wichtigsten Jagdbeuten ist das Tabuk, diese scheue Antilopenart ist nur schwer zu finden, lässt sich aber mit dem Bogen recht einfach erlegen. Ihre Felle lassen sich am einfachsten verarbeiten, das Fleisch ist sehr mager und schmeckt auch am besten. Ein Tarsk ist zwar leichter zu finden, aber schwieriger zu erlegen, mit dem Bogen kommt man da nicht weit, die Speckschwarte dieser Wildschweinart ist einfach zu dick. Das Tarsk muss schon mit dem Speer erlegt werden, was heißt, man muss sehr nah ran, dabei besteht dann aber immer die große Gefahr von eine der mächtigen Hauer schwer verletzt zu werden. Nicht selten wurde dabei auch schon mal eine Jägerin getötet. Aus diesem Grund versuchen wir Tarsk erstmal mit einer Falle zu fangen, um es dann mehr oder weniger gefahrlos zu erlegen. Das Fleisch der Tarsk ist nicht wirklich lecker, aber es hat eine hohen Salzgehalt und bietet uns Fett, was wir ebenso dringend brauchen. Die Felle sind auch nicht wirklich gut zu gebrauchen, zumindest nicht für Kleidung, viel zu Dick und schlecht zu verarbeiten. Wir benutzen sie um unsere Felllager auszustatten, den sie halten wunderbar warm. Das Leder eignet sich gut für Sandalen und Stiefelänliche Schuhe. Die Knochen des Tarsk sind sehr stabil und eignen sich wunderbar für Werkzeuge und Waffen, Pfeilspitzen und Messer zum Beispiel. Wobei wir auch hier versuchen Pfeilspitzen und Messer lieber einzutauschen, von einem Waffenschmied hergestellte geschmiedete Pfeilspitze oder ein Messer sind wesentlich stabiler und dabei viel leichter als das was wir mit unseren primitiven Mitteln selbst herstellen können. Allerdings können wir mit einem Waffenschmied nicht direkt verhandeln, beziehungsweise nur in einigen Ausnahmefällen. Zu groß wäre die Gefahr ein Collar umgelegt zu bekommen, andererseits sind Waffenschmiede sehr an unseren Fellen und Fleisch interessiert, weswegen sie Handel mit uns betreiben, nur schicken sie meist ihre Kajirae um mit uns zu handeln, wie die meisten Männer. Als Handelspartner kommen zumeist eh nur freie Frauen oder Kajirae bzw. Kajirii zu uns, freie Männer trauen sich nur sehr wenige in unsere Nähe, gehören sie doch auch zu unserer Jagdbeute.
Ab und an verirrt sich schon mal ein freier in unserem Revier, wenn wir ihn gefahrlos gefangen nehmen können, hat er kaum noch eine Chance lebend wieder frei zu kommen. So mancher unterwirft sich uns, und darf uns als Sklave dienen, wobei er dann die schwersten Arbeiten zu erledigen hat, wie Bäume fällen, Steine schleppen oder beim Lagerbau helfen. Wenn uns einer besonders gut gefällt, muss er auch in den Fellen dienen, oder wir nehmen ihn zu einem unserer Feuertänze mit, was seine Überlebenschancen dramatisch reduziert. **grins** Sklaven und Sklavinnen halten wir uns ausnahmslos nur solange wie sie uns von nutzen sind und solange wie wir sie ernähren können. Meist versuchen wir sie gut und teuer weiter zu verkaufen bzw. ein zu tauschen, gelingt uns das nicht, dürfen sie uns ein letztes mal bei der Jagd helfen um gefährliche Raubtiere von uns fern zu halten, in unserm Revier treibt sich beispielsweise ein gefährlicher Larl rum der einigen meiner Schwestern schon zum Verhängnis geworden ist. Es steht wohl außer frage, das ein Sklave so eine Jagd nicht überleben kann, falls doch mal, so schenken wir ihm die Freiheit zurück.

Ich lebe hier nun schon mehr als sechs Wochen und bin immer noch nicht so richtig integriert, einige meiner Schwestern akzeptieren mich zwar als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft, wie zum Beispiel Verena, die mir das Collar abgenommen hat und mich hier ins Lager gebracht hat, andere wiederum, wie Bina, unsere EN also unsere Anführerin, treten mir mit großem Misstrauen entgegen. Panther brauchen sehr lange bis sie mal vertrauen zu jemanden gefunden haben, besonders wenn es sich um „neue“ Schwestern handelt. Vor Bina habe ich sehr großen Respekt, sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, eine verdammt gute und erfahrene Jägerin, Sie handelt in allem was sie macht sehr besonnen und wohl überlegt. Aus diesem Grund wurde sie auch zur Anführerin des Stammes gewählt.
Sie teilt mit mir allerdings auch die Vorliebe für Paga. Paga ist für uns ein seltenes Genussmittel, das wir gelegentlich im Tauschhandel bekommen. Ich spüre jedes mal ihre Blicke, wenn ich mir mehr als einen Becher Paga einschenke, wenn Blicke töten könnten, könnte sie damit eine ganze Larlherde ausradieren. Sie hat mich aber auch nie wirklich davon abgehalten mir einen zweiten Becher nach zu füllen. Aber trauen tut sie mir dennoch nicht, sobald ich eine Waffe oder Werkzeug in der Hand halte, lässt sie mich keine Sekunde mehr aus den Augen.

Bei Verena und einigen anderen Schwestern ist das schon anderes geworden, sie zeigen mir wie man Werkzeug und Waffen herstellt, lehren mich die Kunst des Spuren lesens und gehen mit mir zusammen auf die Jagd. Einmal hat mir Verena sogar mal das Leben gerettet, wir waren früh Morgens zur Jagd aufgebrochen um ein Tabuk zu erlegen. Wir hatten gerade die Spur eines Tabuks entdeckt, als Verenas Gesichtsausdruck sich versteinerte. Ich fragte sie „ was ist los?“ sie deutete mit der Hand auf eine weitere Spur hin, die sie grade eben entdeckt hatte, eine weitere, viel größere, Prankenähnliche Spur die sich neben der Tabukspur befand. Ich kannte diese Spur noch nicht, und fragte flüsternd leise „ was ist das für eine Spur? „ sie meinte in einem beunruhigenden ernsten Tonfall „ das Tabuk wird bereits gejagt“ ich schaute sie nur fragend an, da hob sich ihr Blick, ihre Augen verengten sich, ihre Mine wurde hart und ernst und sie flüsterte mir in einem ruhigen aber sehr bestimmenden Ton zu „ lauf !....... lauf Kaja ! lauf so schnell du kannst! “ verdudst blickte ich in die Richtung in der sie schaute, konnte aber auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches erkennen, auf einmal sah ich es, ein riesiger Larl kam geradewegs auf uns zu. Star vor Angst und Schreck konnte ich mich nicht mehr bewegen, hatte ich doch noch nie zuvor einen Larl gesehn. Bevor es mir so richtig Bewusst wurde in was für einer Gefahr wir uns gerade befanden, packte mich Verena mit festem Griff am Arm und zehrte mich regelrecht hinter sich her. Ich war immer geneigt, während der Flucht, mich um zuschauen, dabei bin ich über eine Wurzel gestolpert und hingefallen, Verena zögerte keine Sekunde, drehte sich um packte mich wieder am Arm, und schrie mich an „ nicht umdrehn Kaja ! Lauf! „ und zehrte mich wieder hinter sich her. Wir liefen so schnell es ging, immer den Atem des Raubtiers im Nacken, dabei verlor ich total die Orientierung, vertraute voll auf Verena. Nach einer gefühlten Ewigkeit dieser Hetzjagd, wobei wir diesmal die Jagdbeute waren, standen wir an einem Abgrund, unter uns, so in etwa 20 Meter tiefe, ein reisender Fluss hinter uns der Larl. Verena packte mich fest an beiden Armen, sah mir tief mit ernster Mine in die Augen, und befahl „ spring! „ . Wir stürzten uns dann gemeinsam in die Tiefe, und das Buchstäblich in letzter Sekunde. Der Larl hätte uns fast gehabt. Wäre Verena nicht gewesen, wäre ich jetzt nicht mehr am Leben.

Der Schrecken diese Erlebnisses sitzt mir noch heute in den Knochen. Wieder zurück im Lager musste Verena unsere EN Bina erklären warum wir völlig durchnässt und ohne Jagdbeute zurückgekommen sind. Bina sagte zwar nix, guckte mich aber strafend dabei an, da sie mir immer noch nicht über den Weg traute, gab sie mir wohl die Schuld. Das sollte sich in den nächsten Tagen auch in meiner Arbeit, die mir diesmal von Bina direkt zugeteilt wurde, zeigen. Ich musste bei der Herstellung von Leder und Fellen mithelfen, eine zwar für uns sehr wichtige aber auch sehr anstrengende und eklige Arbeit.
Dem Wild muss als erstes mal das Fell abgezogen werden, was schon nicht ganz einfach ist, denn wenn das Fell beim Abziehen mit dem Messer beschädigt wird, hat es zum Tauschen schon fast keinen Wert mehr, und zur Herstellung von Kleidung nützt es dann auch kaum noch was. Ist das Fell dann endlich mal ab, muss es gut eingeweicht und gewaschen werden, damit man anschließend die Fleischreste von der Innenseite entfernen kann. Dabei wird das Fell über eine Holzbock gelegt, und die Fleischreste mit einem scharf geschliffenen Steinkeil abgeschabt. Auch das ist eine überaus anstrengende Arbeit, bei der man höllisch aufpassen muss um das Fell nicht zu beschädigen, wenn ich beim schaben nur einmal unglücklich abrutsche, wäre die Jagd, zumindest was das Fell angeht, umsonst gewesen, und ich hätte mir Riesen Ärger eingehandelt, nicht nur mit der EN, sonder auch mit der Jägerin die das Wild erlegt hatte.
Nachdem das Fell abgezogen und „entfleischt“ wurde, werden die Felle noch einmal gewaschen, um sie dann für einige Monate mit Gerbstoffen gefühlten und im Boden eingebudelten Fässern einzuweichen. Dabei müssen die Felle immer wieder umgeschichtet werden, also von einem Fass in ein anderes, da sich die Felle während des einweichens voll saugen und somit sehr schwer werden, und die Gerbstoffe extrem übel riechend sind, ist es eine schweißtreibende und auch eklige Arbeit. Obwohl diese Arbeit wichtig für uns ist, drängelt sich niemand freiwillig vor, wenn es um die Aufgabenverteilung geht.

So vergingen einige Wochen, bis eines Tages Bina und Verena unerwartet während meiner Arbeit zu mir kamen. Verena sagte, „ mach mal kurz pause Kaja“ dabei lächelte sie sanftmütig, und selbst Bina hatte einen äußerst freundlichen Gesichtsausdruck. Ich legte meine Arbeit bei Seite, und die beiden gingen auf mich zu, Verena griff hinter sich, zog einen Bogen hervor, und überreichte ihn mir mit den Worten „mögen die Pristerkönige Dich und Deinen Bogen auf all Deinen Wegen beschützen“ ich konnte es kaum glauben, mein eigener Bogen, ich war so stolz das mir schlicht die Worte fehlten. Aber es sollte noch besser kommen, Bina, die mich die ganze Zeit über immer nur Misstrauisch im Auge behielt, zog hinter ihrem Rücken einen Köcher hervor, bestückt mit zwölf Pfeilen. Mit einem lächeln auf den Lippen überreichte sie mir diesen Köcher mit den Worten „ Ein Bogen ist nur so gut wie die Jägerin die ihn trägt, diese Pfeile sollen Dir helfen Deine Geschicklichkeit im Umgang mit dem Bogen zu verbessern, ich habe sie eigenhändig für Dich angefertigt. „ Ich war fassungslos vor Rührung, ich schluchzte nur und die Tränen standen mir in den Augen. Bina schien mich nun voll zu akzeptieren, sie reichte mir noch ihre Feldflasche, und meinte mit einem verschmitztem Lächeln „nimm einen Schluck, Kaja“ Es wunderte mich nicht im geringsten, das ihre Feldflasche mit Paga gefühlt war.
Wie ich nun auch bemerkte, hatte sich zu dieser Übergabe der gesamte Stamm versammelt, alle waren sie da, auch diejenigen die mir bislang immer noch mit Misstrauen entgegneten. Sie hielten sich allerdings alle im Hintergrund. Bina meinte dann aber, in einem freundlichen Ton„ mach jetzt Deine Arbeit weiter „ . Diesmal klang es nicht mehr wie ein Befehl, sondern mehr wie eine Bitte.
Ich nickte, legte meinen neuen, ....-meinen ersten eigenen-... Bogen zur Seite, allerdings so das ich ihn während meiner Arbeit immer wieder betrachten konnte, was war ich stolz, endlich hatte ich das Gefühl so richtig zum Stamm zu gehören.

Am späten Nachmittag kamen dann noch Uschi, unsere Schamanin und Lexa, die den Titel „first Boa“ inne hat, auf mich zu, Uschi meinte nur „ es ist jetzt genug mit der Arbeit, „ und Lexa sagte „ komm mit Kaja“ wohin wusst ich nicht, aber ich folgte ihnen, natürlich nicht ohne meinen Bogen und die Pfeile mit zu nehmen.
Wir verließen das Lager und sie führten mich zu einer mir noch gänzlich unbekannten Stelle die nur schwer zugänglich ist, und sehr gut versteckt liegt. Eine kleine Lichtung auf einem hochgelegenen Hügel, auf der einen Seite ein Felsen mit Wasserfall, gegenüber die Felswand die unser Lager nach außen hin abgrenzte und mitten drin in dieser Lichtung eine große Feuerstelle. Die anderen von unserem Stamm waren auch schon alle hier. In einer fast schon feierlichen anmutenden Aufstellung versammelte sich der ganze Stamm um den Feuerkreis, Uschi, Lexa, Bina und Verena bauten sich vor mir auf, starten mich eine kurze weile an, dann kam Uschi auf mich zu, dicht gefolgt von Bina, die ihr einen Armreif mit Feder dran zureichte, Uschi sah mich darauf hin mit strahlenden Augen an, und befestige den Armreif an meinem rechten Oberarm mit den Worten „halte dieses, unser Stammeszeichen, immer in ehren, Kaja“ ....-ich war sprachlos, tränen kullerten über meine Wangen, und ich schluchzte nur noch, seit fast zwei Monaten bin ich nun schon hier, und jetzt gehör ich nun endlich so richtig dazu.

Eine Jägerin griff sich eine Trommel, und fing an rhythmisch drauf los zu trommeln, eine zweite fing ebenfalls an die Trommeln zu schlagen, wir legten unsere Waffen nieder, setzten uns um den Feuerkreis lauschten dem Rhythmus der Trommeln, und tranken Paga aus unseren Feldflaschen,...-...komisch? alle hatten ihre Feldflaschen mit Paga gefüllt, nur ich.....ähm....ich hatte Paga drinnen. **grins**
Dem Rhythmus der Klänge konnte man sich auf Dauer nicht entziehen, mein Herzschlag schien sich dem Rhythmus der Trommeln anzugleichen, mein Blut kam immer mehr in Wallung, mir wurde langsam aber sicher sehr heiß, meinen Schwestern schien es nicht anders zu gehen, eine nach der anderen legten mit der Zeit ihre Felle ab. Gleich mehrere standen auf einmal auf und fingen an, sich im Klang der Trommeln zu bewegen, es dauerte nicht lange und wir fingen alle, in einer immer wilder und leidenschaftlicher werdenden Ekstase um das Feuer zu tanzen an. Die Trommeln schlugen die ganze Nacht hindurch, und wir tanzten uns so derart in Rage, das wir alles um uns herum zu vergessen schienen, wir befreiten uns von all unseren Zwängen und unterdrückten Gefühlen und lebten unser Lust und Leidenschaft im Tanz ganz und gar aus. Erst in den frühen Morgenstunden war es vorbei, und wir legten uns um die Feuerstelle zum schlafen hin. Aber nur für ein paar Stunden, ein plötzlicher Regenguss überraschte uns, und wir zogen dann doch lieber wieder in unser Lager zurück.

In den nächsten Wochen gingen wir wieder unserem gewohnten Alltag nach. Jagen, Sammeln, Tauschen und Felle gerben. Mit meinem Bogen kam ich mittlerweile auch ganz gut zu recht, durch die Ratschläge und Tricks von Verena und auch Bina mauserte ich mich zu einer recht erfolgreichen Jägerin. Besonders freute mich aber, das ich mich inzwischen äußerst gut mit Bina verstand, und das Verhältnis zu den anderen in meiner Triebe hat sich auch wesentlich verbessert, ....Ich bin jetzt eine echte Jägerin, ich kämpfe, jage und lebe für meinen Stamm und darauf bin ich mächtig stolz.

Es war ein wunderbares Leben hier im Dschungel, bis zu jenem Tag, an dem unsere Späherin mit einer schrecklichen Nachricht von ihrer Erkundungstour zurück kam. Eine Nachricht, die uns allen mal wieder vor Augen führte, welch grausame Gefahren im Dschungel so alles auf uns lauern können. Unsere EN, Bina tapte in einem unvorsichtigen Augenblick in die Falle eines Sklavenhändlers. Als ich das hörte, blieb mir das Herz stehn, fassungslos ringte ich nach Luft, konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten, und brach heulend zusammen. Bina war für mich nicht einfach nur die EN, sondern sie wurde in den letzten Wochen auch zu einer meiner besten Freundinnen, .... und jetzt? Ich hatte das Gefühl als würde man mir das Herz bei lebendigen Leibe raus reißen.......


***Copyright: Kaya Anatra***

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