Sonntag, 28. Dezember 2008

Die Rollen einer Freien Frau in der goreanischen Gesellschaft

Die Rolle der Macht

Wenngleich es Männer nicht gern sehen, dass eine Freie Frau eine machtvolle oder bedeutende Position inne hat, ist dies nicht unmöglich in der goreanischen Gesellschaft. Eine Freie mit den geeigneten Fähigkeiten und dem Durchsetzungsvermögen kann selbst die Rolle einer Herrscherin, wie Ubara oder Tatrix einnehmen. Viele arbeiten auch als Administratorinnen oder Magistratinnen in einer Stadt.

Eine Ubara ist eine Führerin der Kriegerkaste in einer Stadt. Dieser Posten wird nur während der Zeit eines Krieges geführt. Sie kann allein, mit der Stadt als Unterstützung, oder an der Seite ihres Freien Gefährten regieren, wobei ihr Gefährte immer über ihr steht. Eine Tatrix kann man mit einer Dikatotin vergleichen. Sie herrscht gleichermaßen über die zivile Bevölkerung und auch über die Kriegerkaste. Obwohl sie nicht in ihr Amt gewählt wird, kann sie nur duch die Unterstützung der Bürger an der Macht bleiben.

Administratoren und Magistrate werden vom hohen Rat und/oder den hohen Kasten in ihr Amt gewählt. Sie muss teilweise sehr hart dafür kämpfen, diese Personen für sich zu gewinnen.

Es gibt noch einige andere hohe Positionen in einer Stadt, die eine Freie Frau einnehmen kann, wenn sie über herausragende Fähigkeiten und die Unterstützung des Rates / der Kasten, sowie der Bevölkerung verfügt.

Eine andere Form der Macht besitzen Frauen die z.B. Handelshäuser führen. Sie erweisen sich oftmals als sehr geschickt im Umgang mit Geschäften. Je nach Wohlstand steigt auch ihre Macht und ihr Einfluss innerhalb einer Stadt. Es wird gesagt, dass Händler die Verwalter der Macht in der Stadt sind, darin stehen die weiblichen Händler den männlichen Konkurrenten meist in nichts nach.


Kastenzugehörigkeit

Fast alle Kasten Gors haben weibliche Angehörige. Die wenigen Kasten, die keine Frauen in ihren Reihen haben sind: die Eingeweihten, die Spieler und die Attentäter. Obwohl in den Büchern nicht ausdrücklich verboten, finden sich dennoch keine Belege, dass Frauen diesen Kasten angehören.

Die Kastenzugehörigkeit erwerben Frauen bei der Geburt, durch Freie Gefährtenschaft oder durch die Bitte um Aufnahme in eine bestimmte Kaste.

Bei der Geburt erhält eine Freie Frau die Kastenzugehörigkeit ihres Vaters. So kann z.B. die Tochter eines Kriegers Mitglied der Roten Kaste/Kriegerkaste werden. Dies bedeutet aber nicht, dass dies mit der Ausbildung in der Kampfkunst verbunden ist. Es gibt keine weiblichen Krieger in der Roten Kaste.

Eine Freie Gefährtenschaft wird in der Regel innerhalb der eigenen Kaste geschlossen. Dennoch kommt es vor, das man kastenübergreifend Gefährtenschaften eingeht. Eine Freie kann dann wählen, ob sie ihre Kaste behalten oder die Kastenzugehörigkeit ihres Gefährten annehmen will. Ihre gemeinsamen Kinder jedoch, werden immer in die Kaste des Vaters hineingeboren.

Ein Kastenwechsel ohne diese beiden Optionen ist auch möglich, eine Freie Frau kann um die Aufnahme in eine bestimmte Kaste bitten. Hierzu muss der Rat der Stadt und die jeweilige Kaste ihre Zustimmung geben

Jede Kaste hat ihre Vorteile und Privilegien, dazu gehört auch die soziale Unterstützung der Mitglieder. Nach einer Ausbildung kann man der jeweilligen Kastentätigkeit nachgehen. Viele Freie Frauen beteiligen sich aber nicht an den Tätigkeiten ihrer Kaste, wenn es körperlich beschwerliche Arbeiten sind. Sie üben eher die Aufgaben der Schreiberkaste und auch der Händlerkaste aus. Auch in der Kaste der Ärzte arbeiten sie aktiv mit. Allerdings dürfen sie sich erst als vollständige Ärzte/Heiler ansehen, wenn sie neben der Ausbildung auch 2 Kinder geboren haben. Es gibt in manchen Städten einen Brauch, dass Freie Frauen der Ärztekaste im Alter von 15 Jahren zwei Armbänder bekommen. Mit der Geburt der ersten beiden Kinder darf jeweils ein Band entfernt werden. Dies soll die Frauen daran erinnern, dass ihre wichtigste Aufgabe in der Gesellschaft, das Gebären von Kindern ist.


Rolle der Mutter

Wie gerade erwähnt, ist es die wichtigste Aufgabe einer Freien Frau Kinder zu gebären. Sie sichern den Nachwuchs der goreanischen Gesellschaft und somit auch den Fortbestand der Kasten. Kindern das Leben zu schenken wird als Privileg der Freien Frau betrachtet, da Kinder von Sklaven in die Sklavenschaft geboren werden und keinen Beitrag zur Gesellschaft darstellen. Kinder werden als höchstes Gut der Goreaner angesehen. Selbst die Kinder der Sklaven werden umsorgt und gut behandelt.

Die Frauen kümmern sich in den ersten Jahren der Entwicklung ihrer Kinder um die Erziehung und unterrichten sie auch. In erster Linie wird der Kastenkodex und das Benehmen vermittelt. Sklaven dienen während dieser Zeit nur als "Spielzeug" der Kinder. Das Unterrichten von Freien ist Sklaven nicht gestattet.


Freie Gefährtenschaft

Bei der Kastenzughörigkeit wurde bereits geschrieben, dass Freie Frauen die Kasten frei wählen können, die eigene behalten oder in die Kaste des Partners wechseln können.

Aber was ist eine Freie Gefährtenschaft (Free companionship / FC) eigentlich?

Eine Freie Gefährtenschaft gleicht der Ehe auf der Erde, wobei die Gefährtenschaft auf Gor nur auf ein Jahr beschränkt ist. Es ist ein Vertrag der geschlossen wird, zwischen beiden Partnern. Dieser kann am Jahrestag, zur goreanischen 20. Ahn (Stunde), also Mitternacht, erneuert werden. Meist wird bei der Erneuerung der Wein der Liebe gereicht, als Zeichen das die Gefährtenschaft weiterhin bestehen soll.

Es gibt zwei Arten einer vorzeitigen Auflösung, die auch in Büchern beschrieben wurden:

Tod eines Partners oder auch die Versklavung des Gefährten/der Gefährtin. Da es ein Vertrag ist kann man theoretisch den Vertrag lösen, indem er nicht erfüllt oder gebrochen wurde. Dies wird allerdings nirgends beschrieben und ist somit reine Fiktion bzw. Auslegungssache der Parteien oder auch einer Stadt. Diese Möglichkeit erscheint auch sehr unwahrscheinlich, da kein Goreaner eine Freie Gefährtenschaft leichtfertig eingeht. Es ist in der Regel so, dass nur ein Gefährte erwählt wird, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder aus Liebe. Bila Huruna z.B. hatte 200 Gefährtinnen an seiner Seite. Dies kommt auf der Erde einem Harem gleich.

Eine Gefährtenschaft einzugehen kann auf eine vorher getroffene Absprache zurückgehen. Es zielt auf den Nutzen der Partner und ihre Familien ab, z.B. zwei wohlhabende Händlerfamilien schließen sich durch die Gefährtenschaft zusammen und bilden so eine große Handelsgesellschaft. Dabei ist es üblich das der Bräutigam (und dessen Familie) einen Brautpreis an den Vater der Braut bezahlt. Dieser Brautpreis kann aus Waren oder auch Geld/Gold bestehen. Die Höhe ist verschieden und richtet sich nach dem Status der Freien Frau. Die Tochter eines Administrators kann einen hohen Brautpreis von 100 Goldtarn kosten, die Tochter eines Stoffhändlers hingegen erheblich weniger, vielleicht 10 Ballen freinsten Tuchs.

Bei arrangierten Gefährtenschaften kann es durchaus vorkommen, dass sich die Partner noch nie ohne Schleier oder bisher gar nicht gesehen haben. Bei niederen Kasten ist letzere Möglichkeit eher unwahrscheinlich, viele Treffen sich auf Märkten oder Anlässen der jeweiligen Kasten. Bei besonders wohlhabenden Familien gibt es ein großes Fest um die Gefährtenschaft zu feiern. Zusätzlich wird eine aufwendige Reise organisiert, falls die Partner nicht aus der gleichen Stadt kommen. So wird auch der Weg zu dem neuen Partner und der Zeremonie zu einem Ereignis. Tarnreiter hingegen haben einen speziellen Brauch: sie fangen ihre zukünftige Gefährtin spielerisch ein und fliegen mit ihr fort. Er bindet sie an den Sattel fest und lässt ihre Kleidung zu Boden fallen. Das geiche Verhalten wird auch Sklavinnen zuteil, die zu freien Gefährtinnen der Tarnreiter gemacht werden.

In keinem Buch wird eine komplette Zeremonie für eine Freie Gefährtenschaft beschrieben. Es gibt nur wenige Dinge, die man über solch eine Zeremonie weiss. Da sie auch von Stadt zu Stadt unterschiedlich sind. Nur eins bleibt immer gleich: das Trinken des Liebesweines. Der Liebeswein ist ein spezieller Wein, der während einer Zeremonie sehr oft gereicht wird/werden kann. Schleier spielen bei Zeremonien auch eine Rolle. So wird beschrieben, dass in einigen Städten die Frau mehrer Schleier trägt. Diese werden ihr von ihrem Partner nach und nach entfernt. Der letzte Schleier wird dann in manchen Städten/Regionen erst in den privaten Räumlichkeiten entfernt, in anderen Orten wird das Gesicht der Frau wiederum in der Öffentlichkeit gelüftet.


***Copyright: Syleena Sheridan***

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