Sonntag, 28. Dezember 2008

Goreanische Medizin

Die goreanische Medizin ist zum einen primitiver als die Medizin der Erde, auf der anderen Seite hat sie auch viel fortgeschrittener. Leider wird sie in den Büchern nicht so detailliert beschreiben, aber einiges wird trotzdem ersichtlich.

Da es auf Gor keine elektronischen Geräte wie Computer gibt, sind die Ärzte dort bei der Diagnostik und auch bei Nachforschungen und Erforschungen von Krankheiten benachteiligt. Dennoch nutzen sie diverse diagnostische Geräte, wenn auch nicht so fortschrittlich, die ihnen die Arbeit erleichtern. So haben sie eine Menge Seren und Drogen entwickelt und hergestellt, die sehr wirksam gegen Krankheiten sind. Krankheiten sind auf Gor nicht so verbreitet wie auf der Erde. Ihre Praeventionsmassnahmen sind wirkungsvoller und besser ausgearbeitet im Vergleich zu der irdischen Medizin. Auch wenn es wenige existierende Krankheiten gibt, sind die wenigen die Gor heimsuchen sehr tückisch.

Zum einen gibt es die Dar-Kosis zu benennen. Es ist eine hochansteckende und meist tödlich verlaufende Krankheit, vergleichbar mit Lepra auf der Erde. Dar-Kosis oder auch „Heilige Krankheit“ genannt wird von den Eingeweihten als Instrument der Priesterkoenige angesehen. Nach ihrem Glauben sollen so Menschen bestraft werden, die bei den Priesterkoenigen in Ungnade gefallen sind.

Erkrankte müssen als Zeichen der Dar-Kosis gelbe Roben tragen. Da so gesunde Goreaner rechtzeitig auf sie aufmerksam werden,. Können sie sich von ihnen fernhalten und wahren somit einen großen Abstand um sich nicht selbst anzustecken. Die Betroffenen haben eine große Bewegungsfreiheit, auch wenn sie in den Städten unerwünscht sind, können sie sich außerhalb dieser frei bewegen. Die Eingeweihten sehen es als kezterei an, wenn Dar-Kosis Kranke getötet werden, da es in ihren Augen eine heilige Krankheit ist. Steinigung hingegen ist erlaubt. Um die Dar-Kosis Betroffenen zu separieren wurden Pferche errichtet, in denen sich die Kranken aufhalten können. Einmal in solch einem Pferch eingeschlossen, kommt man nicht mehr lebend raus. Die kranken werden von Tarnreitern versorgt, die Nahrung und Wasser zu ihnen hinabwerfen.

Heilern ist es von den Eingeweihten nicht erlaubt worden, diese Krankheit zu erforschen. Dennoch gab es in den Büchern ein Forschungsprogramm der Heilerkaste um die Dar-Kosis zu besiegen. Diese Forschungen und auch ihr Untergang wurden in dem Buch „Die Meuchelmörder von Gor“ beschrieben. Eine Gruppe von Ärzten hat dort einen Urt-Stamm gezüchtet, der immun war und auf dem blut der Urt ein Serum entwickelt. Mit diesem behandelten sie andere Tierarten, die daraufhin nicht mehr von der Dar-Kosis infiziert wurden. Aber es gab in dieser Forschungsgruppe einen Verräter, der alles den Eingeweihten erzählte. Die Eingeweihten wollen Marlenus aus Ar dazu bewegen, die Forschungen zu stoppen, doch er weigerte sich. Kurz darauf wurde der Heiler-Zylinder überfallen und stark beschädigt. Die kompletten Forschungsunterlagen wurden dabei vernichtet, was die Arbeiten für Jahre zum Erliegen brachte. Doch Flamenius, einer der Heiler der Forschungsgruppe setzt seine Arbeit an einem Heilmittel fort.

Die zweite bekannte Krankheit auf Gor ist die Bazi-Pest. Die Bazi-Pest, bei uns als Pocken bekannt, breitet sich schnell aus und ist in der Regel tödlich. Die Pocken werden durch Läuse übertragen, der Körper wird mit Pusteln bedeckt und das weiße in den Augen verfärbt sich leicht gelblich. Es gibt Menschen, die immun gegen Pocken sind und einige haben das Glück und erkranken nur leicht. Die meisten aber sterben einen schnellen Tod. Betroffene Sklaven werden sofort getötet. Die Hafenstadt Bazi wurde einmal von dieser Pest heimgesucht und für 2 Jahre gesperrt, bzw., der Hafen geschlossen. Die Krankheit hat sich nach vielen Monaten selbst ausgerottet, weil sie keine neuen Wirte mehr fand. Bazi hat noch unter den Folgen der Pest zu leiden, alle Schiffe die diesen Hafen nun verlassen werden in den anderen Häfen gründlich nach Anzeichen der Pest untersucht. Es gibt zwei Drogen, die die Symptome der Bazi-Pest hervorrufen. Beide richten keinen körperlichen Schaden and. Zum einen Sajel, welches Pusteln erzeugt und zum anderen Gieron, das die Augen gelb verfärbt.

Auch wenn die technischen Möglichkeiten der Ärzte nicht so ausgeprägt sind wie auf der Erde, haben sie durchaus Geräte, mit denen man Gewebeproben, Haare Blut und Urin untersuchen kann. Viele Instrumente und auch die Untersuchungen ähneln denen auf der Erde, die besitzen sogar ein Gerät was dem irdischen Mikroskop vergleichbar ist. Für ihre Arbeiten benutzen sie teure Energiekugeln, die besseres Licht abgeben. Ihre Aufzeichnungen machen die Ärzte in der alten goreanischen Sprache, vergleichbar mit dem Latein der Ärzte auf der Erde. In weniger zivilisierten Gebieten gibt es die Kaste der Heiler nicht. Dort ist die medizinische Versorgung viel primitiver und die dortigen Ärzte erinnern mehr an Kräuterhexen.

Die Heilerkaste hat viele Medikamente, die sehr fortschrittlich sind und auch eine Reihe verschiedenen Drogen. Sie können injiziert oder auch oral verabreicht werden. Kräuter und Pflanzen bilden die Grundlage für diese Drogen und werden in Reinform eher selten direkt an Patienten angewendet.

Einige wichtige Medikamente und Drogen werden hier etwas näher erklärt.

Einfangungsduft: Diese chloroform-ähnliche Flüssigkeit wird zum betäuben einer Person verwendet. Sie wird auf ein Tuch geträufelt, das z.B. der Frau auf Mund und Nase gedrückt wird. Nach 1-2 Ihn wird die Frau zusammensacken und ist nach spätestens 5 Ihn bewusstlos. Die Dauer hängt vom Geschlecht und Konstitution ab. Der Einfangungsduft wird auch zusammen mit Betaeubungspfeilen verwendet. Dort dauert es ungefähr 40 Ihn bevor die Wirkung einsetzt. Sklavenhändler benutzen dieses Mittel sehr haeufig, egal ob bei Sklavinnen die ruhig gestellt werden müssen oder auch Freien Frauen, die sei entführen wollen.

Tassa-Pulver: Das rötliche Pulver, auch Tassa-Pulver genannt, macht Menschen auch bewusstlos. Es wird sehr oft rotem Wein oder auch Essen beigemischt. Im Wasser würde es Argwohn erregen, da es das Wasser rosa verfärbt. Frauen sind immer gut beraten, keinen roten Wein mit Fremden zu trinken, da man nie wissen kann ob dieser mit Tassa-Pulver versetzt wurde.

Sklavenwein: Aus der Sip-Wurzel wird der Sklavenwein, ein Mittel zur Empfängnisverhütung gewonnen. Es ist wirkungsvoller als die Mittel der Erde, die Wirkung tritt fast sofort in Kraft. Wenn man die rohe Wurzel kaut, ist sie sehr bitter, der Verhütungseffekt hält teilweise 3-4 Monate an. Hauptsächlich wird die Wurzel in roher Form bei weniger zivilisierten Goreanern angewendet. In Städten wird es als flüssiges Medikament verabreicht. Es war in einer konzentrierten Form einen Monat wirksam, aber nah Weiterentwicklung hält diese Form des Sklavenweins länger an, manche sagen sogar unbegrenzt.

Der Sklavenwein wird für Sklaven und auch für Freie Frauen eingesetzt. Sklavinnen erhalten den natürlichen Sklavenwein, der sehr bitter schmeckt. Auch wenn die Wirkung unbegrenzt sein soll, müssen sie ihn zweimal im Jahr trinken. Dass soll sie an ihre Sklavenschaft erinnern und dass sie ihren Herrn dienen. Für Freie Frauen wird er mit etwas Zucker versüßt.

Nirgends in den Büchern wird erwähnt, dass der Sklavenwein eine Abtreibung oder eine Fehlgeburt hervorrufen kann. Dies würde auch nicht im Sinne der Goreaner sein, da sie Kinder sehr lieben. Kein Buch beschreibt dass der Sklavenwein schädlich für Schwangere Frauen ist. Wenn Freie Frauen ihre Kinder nicht behalten wollen, können sie diese verkaufen. Es gibt aber ein anderes flüssiges Medikament, was die Wirkung des Sklavenweins aufhebt: der Zuchtwein. Der Zuchtwein oder auch Zweiter Wein genannt, ist süßlich und wird aus der Teslik-Pflanze gewonnen.

Wie bei dem Abschnitt über Heiler schon erwähnt, ist das Stabilisierungs-Serum ein Serum mit lebensverlängernden Eigenschaften. Auch dient es dazu, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Altern ist auf Gor mehr eine Krankheit und wird auch als solche behandelt.

Das Stabilisierungs-Serum verändert teilweise die genetische Struktur des Menschen, so dass sich die Zellen unbegrenzt erneuern. Bei allen wirkt das Serum unterschiedlich, aber nur in sehr seltenen Fällen schlägt es gar nicht an. Es gibt auch Menschen, bei denen die Wirkung nach einigen hundert Jahren nachlässt. Dann verstärkt sich der Alterungsprozess enorm. Eine Übertragung des Serums in den Genen der Eltern auf die des Kindes ist auch möglich. Die Priesterkönige besitzen bessere und mehr ausgereifte Seren, die aber nur für ihresgleichen bestimmt sind. Dennoch sollte das normale Serum nach ihrer Meinung nach allen, Freien wie auch Sklaven, zugänglich gemacht werden. Im Regelfall wird das Serum an 4 Tagen nacheinander injiziert, meist in die Hüftgegend am Rücken. Ab dem 5. Tag können die Heiler dann eine Probe entnehmen und sehen, ob das Serum wirkt.

Lange Zeit wurden alle Forschungen zu Gunsten des Stabilisierungs-Serums vernachlässigt. Durch die Verbreitung des Serums wurde später auch Zeit gewonnen, um andere Krankheiten wirkungsvoller und vor allem länger zu behandeln und Heilmittel zu entwickeln.


Viele weitere Medikamente und Drogen werden in den Büchern kurz angesprochen. Neben den Blätterns des Brak-Busches, die eine abführende Wirkung haben, gibt es auch spezielle Abführmittel. Auch flüssige Medikamente die Brechreiz hervorrufen werden beschreiben. Einige Angehörige der Tuchuk mischen ein dunkelblaues Pulver in eine goldene Flüssigkeit und verabreichen diese einer Sklavin, die daraufhin einschläft. Ein weiteres Mittel, wahrscheinlich zur Impfung gedacht, wurde einer Barbarin von der Erde gegeben. Es waren verschiedenen Pulver, die in Wasser eingerührt wurden. Eine weitere flüssige Droge dient als Hypnotikum. Es hat eine Bewusstseinsverändernde Wirkung, dort wird auch beschrieben, dass es möglich ist Dinge aus dem Gedächtnis zurückzurufen. Sklaventunke beugt Flöhen und anderen Parasiten vor. Meist werden Sklaven bei Erreichen eines neuen Hafens erst in die Tunke getaucht, bevor sie das Schiff verlassen dürfen. Des Weiteren werden beruhigende Drogen für Tiere erwähnt.

Manche Medikamente müssen kühl gelagert werden. Eis ist ein Luxusgut auf Gor. Es wird im Winter von den Bergen herangeschafft und dann in den größeren Städten für Kühlkammern verwendet.


***Copyright: Syleena Sheridan***

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